Kletterschuhe und Boulderschuhe

Kletterschuhe für Anfänger – Die besten Kletterschuhe 2020

Den einzigen und letzten Guide über Kletterschuhe & Boulderschuhe für Anfänger den Du jemals lesen musst. In den nachfolgenden Kapiteln habe ich alles Wissenswerte zusammengefasst.

Wie sieht ein Kletterschuh für Anfänger aus, was muss er können und wie findest Du den Richtigen? 

Der richtige Kletterschuh für Anfänger

  • Hochwertige Anfänger-Kletterschuhe sollen eng am Fuß anliegen, ohne dabei die Zehen einzuquetschen. Neben der richtigen Größe muß der Schuh zur Fußform passen.
  • Die Aufgabe eines Kletterschuhs ist es die volle Kraft des Fußes über die relativ kleine Flache des Zehenbereichs auf die ebenfalls oft winzigen Tritte der Kletterwand präzise zu übertragen.
  • Gute Schuhe = Gute Technik
    Um diese Aufgabe erfüllen zu können müssen die Kletterschuhe von Anfang an gut sitzen. Ist das nicht der Fall, wird Eure beim Klettern und Bouldern so extrem wichtige Fußtechnik darunter leiden.

Die 4 besten Kletterschuhe für Anfänger


Schwerpunkt: Bouldern in der Halle

Für moderne Boulderaufgaben eignen sich Kletterschuhe mit einer etwas weichen Sohle besser – so findest Du auch auf flachen Tritten (Volumen) guten Halt. 

Veloce – Scarpa

Scarpa veloce

  • Der Veloce hat eine relativ weiche Sohle und ist angenehm zu tragen – ganz wichtiger Punkt!
  • Er bietet guten Halt auf kleinen Tritten & großen Volumen die auf Reibung angestiegen werden.  
  • Durch die weiche Sohle wird er den Anforderungen einer modernen Boulderhalle besser gerecht als andere Modelle dieser Kategorie.  
  • Den Veloce ist auch als Damenversion erhältlich. 

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Schwerpunkt: Seilklettern Indoor & Outdoor

Im Gegensatz zum Bouldern ist beim Sportklettern eine etwas stabilere Sohle von Vorteil. So kann die Kraft besser und präziser auf die kleinen Tritte übertragen werden.

Tarantula – La Sportiva

tarantula la sportiva

  • Zurecht einer der beliebtesten und am besten Bewerteten Schuhe überhaupt.
  • Bequem und trotzdem präzise.
  • Praktischer Klettverschluss für schnelles An- und Ausziehen.
  • Unterstützte Sohle für bessere Kraftübertragung.
  • Auch in einer Damenversion erhältlich. 

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Die besten Allround-Kletterschuhe für ambitionierte Einsteiger

Beide Schuhe haben etwas mehr Vorspannung und bewegen sich zwischen Einsteiger und Fortgeschritten. 

Katana – La Sportiva

La Sportiva Katana Boulderschuh

Den Katana bin ich jahrelang geklettert – ich kann diesen Schuh zu 100 % empfehlen.

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Arpia – Scarpa

Scarpa Arpia

Der Arpia ist einen Tick weicher als der Katana – genauso überall einsetzbar.

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  • Wer sich selbst zu den ambitionierten Einsteigern zählt wird mit beiden Schuhen ganz sicher zufrieden sein.  
  • Beide Modelle sind auch in einer Damenversion erhältlich. 

Das Dilemma zu großer Schuhe

Diese Schuhe sind zwar komfortabel und angenehm zu tragen, es wird aber schwierig kleinste Tritte zu belasten. Der zu lange Sohlengummi biegt sich auf den kleinen Tritten nach oben und Ihr werdet auf den kleinen Tritten keinen Halt finden und abrutschen. 

Gefahren und Verletzungen beim Bouldern
Abgerutscht – zu große Schuhe?

Technikproblem
Ihr lernt dabei, dass Ihr auf kleinen Tritten keinen Halt findet und ihnen nicht vertrauen könnt. Jedes mal wenn Ihr aufgrund von zu großen Kletterschuhen von einem Tritt abrutscht, brennt sich sich dieses falsche Bewegungsmuster ein, und über kurz oder lang werdet Ihr Euch eine schlechte Fußarbeit angewöhnen.

Zu große Kletterschuhe führen zu falscher Technik
Die Beine werden nicht richtig belastet und Ihr seid gezwungen die schlechte Technik über die Kraft der Arme auszugleichen. Das mag in den leichten Routen noch funktionieren, ab einem gewissen Schwierigkeitsgrad seid Ihr ohne richtige Fußtechnik chancenlos. 

Das Dilemma zu kleiner Schuhe

Ein zu kleiner oder zu enger Kletterschuh verursacht Schmerzen…richtig unangenehme, stechende Schmerzen.

Vergesst nicht dass Ihr über den Zehenbereich Euer ganzes Körpergewicht immer und immer wieder nach oben drückt. Wenn der Schuh zu klein ist wird Euch Klettern keinen Spaß machen. Garantiert! (Ich habe diesen Anfängerfehler gleich 2x gemacht)

Technikproblem
Ähnlich wie beim zu großen Schuh gewöhnt Ihr Euch eine schlechte Fußtechnik an. Aufgrund der Schmerzen lernt Ihr, dass es angenehmer ist die Tritte nicht voll zu belasten. Auch hier muss die fehlende Fußtechnik durch die Arm- und Fingerkraft kompensiert werden. 

Solche falschen Bewegungsmuster halten Euch davon ab Euer volles Potential auszuschöpfen und Ihr dürft sie im Verlauf Eurer Kletterkarriere in mühsamer Kleinarbeit wieder ausmerzen. Wenn Ihr mehr über die richtige Technik lernen wollt, dann schaut auf Anfänger-Klettertechnik bzw. Anfänger-Bouldertechnik vorbei. 

Die Wichtigkeit eines gut passenden Kletterschuhs ist nicht zu unterschätzen. 

3 Kategorien von Boulderschuhen

Neutral (Einsteiger)

  • Keine Vorspannung
  • Symmetrische Form
  • Stabile Sohle (Unterstützung)
  • Angenehm enge Passform
  • Zehen liegen flach 
  • Lange Touren (Bequem)
  • Dicker Sohlengummi
  • Langlebig
black-diamond-momentum
Momentum, Black Diamond

Moderat (Fortgeschritten)

  • leichte Vorspannung
  • Symmetrische Form
  • moderat weiche Sohle
  • Enge Passform
  • Zehen leicht aufgestellt
  • Lange und kurze Touren 
  • Sohle mittlere Dicke
Vapor Women Scarpa Fortgeschritten1
VAPOR V WMN, Scarpa

Aggressiv (Experte)

  • Starke Vorspannung
  • Asymmetrische Form
  • Weiche Sohle (keine Unterstützung)
  • Sehr Enge Passform
  • Zehen stark aufgestellt 
  • Kurze Touren (Nix wie raus aus)
  • Dünner Sohlengummi
  • Schneller Verschleiß
la sportiva futura Experte
Futura, La Sportiva
Kletterschuhe-Boulderschuhe-Vergleich-Anfänger
Foto-Datei – 3 Kategorien

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Was ist der richtige Kletterschuh für Anfänger und warum? 

Für Anfänger und Einsteiger eignen sich Schuhe der Kategorie “Neutral” am besten. Auch wenn die Expertenschuhe richtig schnittig aussehen, bieten sie für den Neuling keinerlei Vorteile. Ganz im Gegenteil! Warum Neutrale Schuhe für den Einsteiger am besten geeignet sind hat gleich mehrere Gründe:

1. Komfort – Einsteigerschuhe

Und dieser Punkt ist ganz ganz wichtig. Wenn Ihr Euch als Anfänger mit Euren zarten Füßen in einen zu kleinen, Hardcore Kletterschuh reinzwängt wird jeder Tritt zur Qual.

Beinarbeit
Über kurz oder Lang leidet Eure Fußtechnik darunter, denn so lernt Ihr, dass es angenehmer ist die Füße zu entlasten. Eine klettertechnische Katastrophe für die Ihr später mit schlechter Technik bezahlen werdet.

Ein Anfängerschuh hat keine bis kaum Vorspannung und ist symmetrisch geformt. Also, enge Kletterschuhe aber bitte auf keinen Fall zu enge, schmerzhafte Schuhe kaufen! 

2. Unterstützende Sohle – Schuhe für Anfänger

Kletterschuhe für Anfänger sind mit einer unterstützenden Sohle ausgestattet. Damit fällt es Euch leichter kleinste Tritte anzusteigen da die Sohle die Fußmuskulatur unterstützt. Keine Angst Ihr werdet Eure Fußmuskulatur auch mit unterstützender Sohle noch genug beanspruchen.

Der Vorteil: Ihr könnt die Spannung auch auf kleinen Tritten besser halten und Eure Fußmuskulatur ermüdet nicht so schnell, was Euer Klettervergnügen etwas verlängern wird. (Wenn nicht vorher schon die Unterarme aufgeben 😉 )

Wenn Ihr ausschließlich am Bouldern seid, dann empfehle ich Euch einen eher weichen Schuh ohne stark unterstützende Sohle. Weiche Schuhe eignen sich ausserdem besser zum Klettern auf Reibung.

Klettertechnik-Reibung-Tipps

Mehr zu den Einzelheiten von Sohle, Verschlusssystem, Fersensitz und Co findet Ihr weiter unten im Kapitel “Das Kletterschuh 1x1”.

3. Anfängerschuhe sind Allrounder

Mit einem guten Paar Kletterschuhe kannst Du Bouldern, Seilklettern oder Alpinklettern. Es ist gut möglich das Du als Einsteiger alle Spielformen des Kletterns ausprobieren wirst (Dazu würde ich Dir unbedingt raten) und vielleicht möchtest Du Dich nicht gleich am ersten Tag festlegen.

Mit einem guten Allrounder kannst Du von der Bigwall bis zum Boulderproblem alles hochklettern. Später, wenn Du alles ausprobiert hast wirst Du sicher mehrere, spezifische Kletterschuhe bzw. Boulderschuhe für die jeweilige Kletterform Dein Eingen nennen. Am Anfang bist Du mit Einsteiger Kletterschuhen am besten unterwegs. 

4. Langlebigkeit und Preis

Kletterschuhe für Anfänger sind günstiger und aufgrund der meist etwas dickeren Sohle langlebiger als Expertenschuhe. Kein Kletterschuh hält ewig aber vor allem Anfängerschuhe leiden an der oft noch mangelnden Technik und Körperspannung.

Es ist keine Seltenheit, dass die Boulderschuhe an der rauen Kletterwand entlang gestreift werden und dabei der halbe Gummi verloren geht.

Experten Schuhe kosten fast das Doppelte wie Anfänger- Kletterschuhe und sind mit einer dünneren (kurzlebigen) Sohle ausgestattet. 


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Das Kletterschuh 1x1

Das Kletterschuh 1x1 ist ganz einfach da es nur bis 7 geht. Diese 7 Punkte sind aber essentiell und machen einen Kletterschuh / Boulderschuh zu dem was er ist. Wer es beherrscht der weiß Bescheid und hat es sich verdient damit in der nächsten Bouldersession anzugeben. 

  1. Vorspannung und Down turn
  2. Material
  3. Verschlusssystem
  4. Sohle und Gummi
  5. Passform
  6. Symmetrisch vs. Asymmetrisch
  7. Ferse und Toepad

1. Vorspannung

Die Stärke der jeweiligen Vorspannung zieht den Schuh in die markante Bananenform. Sinn und Vorteil dieser Vorspannung ist es den Fuß bzw. die Zehen nach vorne zu schieben um so noch mehr Druck auf kleinste Tritte zu bekommen… es funktioniert, ist aber unbequem.

Kletterschuh Anfänger Verspannung
Kaum Vorspannung vs. starker Vorspannung

Ideal für Fortgeschrittene
Solche Schuhe werden gern für harte Boulder und Sportkletterrouten an kleinen Tritten oder Überhängen verwendet und nach dem jeweiligen Versuch sofort wieder ausgezogen.

Der Nachteil ist die im Vergleich schlechtere Reibungseigenschaft gegenüber Kletterschuhen mit geringer Vorspannung. Auch in einer Alpinen Mehrseillänge wirst Du damit keine Freude haben. 

Einsteiger brauchen keine Vorspannung
Schuhe mit wenig oder moderater Vorspannung sind etwas bequemer und werden für steile bzw. leicht überhängende Wände sowie Plattenkletterei verwendet. Außerdem sind solche Schuhe ideal für Einsteiger und Mehrseillängen geeignet. 

Down turn

Der Down turn befindet sich im vorderen Bereich des Schuhs knapp hinter den Zehen. Hierbei ist vor den Zehen noch eine kleine Einwölbung zu sehen. Sieht ein wenig aus wie eine Kralle und es geht dabei darum, dass die Zehen sich beim Ansteigen hinter dem Tritt absenken können und man sich so besser über die Zehenspitzen an die Wand heranziehen kann.

Boulderschuhe-La Sporitva-Solution-Down-turn
La Sportiva Solution – Down turn

Solche Schuhe sind vor allem für stark überhängendens Gelände konzipiert. Der Downturn ist meist nur bei Expertenschuhen zu finden und nicht unbedingt für jedes Gelände von Vorteil (Klettern auf Reibung)

An Schuhe mit starker Vorspannung und Downturn müssen sich Füße über einen längeren Zeitraum gewöhnen. Solche Schuhe sind nicht für empfindliche Anfängerfüße geeigent.

2. Material – Leder, Synthetic oder beides?

Synthetic, Leder oder eine Mischung?

Synthetic Leder
Dehnt sich
nicht
Dehnt sich
(beim Kauf
einberechnen)
Behält die
Form bei
Passt sich
dem Fuß an 
Stinkefüße
möglich
Eher keine
Stinkefüße

Mischformen
In vielen modernen Kletterschuhen sind beide Materialien verarbeitet und vereinen so die jeweiligen Eigenschaften bzw. Vorteile von Leder und Kunststoff.

Für welches Material Ihr Euch entscheidet ist letztendlich immer eine Frage der Passform. Ihr solltet einfach wissen, dass Leder sich ausdehnt und synthetische Materialien eher zu unangenehmem Geruch neigen. 


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3. Verschlusssysteme

Es gibt 3 Verschlusssysteme und zwar Schnürung, Slipper und Klettverschluss. Welches System Ihr wählt hängt stark von der persönlichen Präferenz und der Passform des Kletterschuhs ab. 

Kletterschuhe Verschlusssystem
Schnürung – Slipper – Klettverschluss

Ich persönlich empfehle ganz klar Klettverschlüsse weil: 

  • schneller
  • einfacher 
  • gute Passform
  • Klettverschlus-Schuhe bieten mehr Platz für ein Toepad (Toehook)

Schnürer
Sind zwar mit einer modernen Schnellschnürung versehen, ich finde sie trotzdem etwas unpraktisch.

Slipper
Haben für mich den großen Nachteil, dass sie sich nach dem Anziehen nicht mehr verstellen lassen bzw. enger stellen lassen. Außerdem kann bei einem eingelatschten Kletterschuh die Ferse leicht rausschlüpfen (Heelhook).

4. Sohle und Gummi

Die Sohle entscheidet wie hart bzw. weich der Kletterschuh ist. Das Gummigemisch trägt zwar auch zur Härte des Schuhs bei, ist aber hauptsächlich für den Grip verantwortlich. 

Momentum Black Diamond Sohle
Sohle des Momentum von Black Diamond.

Mischverhältnis Gummi

Je weicher der Gummi desto mehr Grip. Weicher Gummi ist ideal für Reibungsklettereien, ist sensibler hat dabei aber einen schnelleren Verschleiß. 

Harter Gummi ist langlebiger und bietet mehr Stabilität auf Leisten und kleinen Kanten. Der Gummi ist je nach Schuh zwischen 3 und 5 mm dick. Auch hier gilt wieder: 
– Je dünner der Gummi desto schneller der Verschleiß, dafür mehr Gefühl aber weniger Stabilität.
– Dicker Gummi ist für Anfänger besser geeignet weil langlebiger, mehr Stabilität und Unterstützung. 

Grundsätzlich gilt: weicher Schuh weicher Gummi, harter Schuh harter Gummi.

Kletterschuh – Sohle

Harte Kletterschuhe
Sind mit einer durchgehenden Sohle und einer zusätzlichen Einlagesole ausgestattet und bieten dadurch mehr Stabilität und Unterstützung als ganz weiche Schuhe. Harte Schuhe sind langlebiger und finden sich eher im Anfänger und Sport- und Alpinkletterbereich

Boulderschuhe-La Sportiva-Sohle
Katana (Hart) vs. Skwama Weich

Weiche Schuhe
Haben keine durchgehende Sohle und bieten keine Unterstützung dafür volle Bewegungsfreiheit, besseres Trittgefühl und mehr Grip beim Klettern auf Reibung (da sie einfach mehr Gummi an die Wand bringen).

Weiche Schuhe sind sensibler, schneller im Verschleiß und eher was fürs Bouldern und für Experten, da sie eine gute Technik und eine gut ausgebildete Fußmuskulatur voraussetzen. 

5. Passform von Kletterschuhen

Die Passform soll so gewählt werden, dass der Schuh den Fuß eng umschlingt und keine Hohlräume bildet. Es gibt die verschiedensten Fußtypen und nicht jedem passt der gleiche Schuh. Achte darauf dass es keine Druckstellen gibt und die Ferse gut sitzt.

Fersensitz
Vor allem beim Bouldern ist ein enger Fersensitz wichtig damit es Euch beim Heelhook nicht den Schuh auszieht. Hier ein paar Richtlinien für die richtige Passform:

  • Keine Hohlräume (Schuh umschließt den Fuß und liegt eng an).
  • Ferse muss eng sitzen.
  • Kletterschuhe speziell für Frauen haben einen schmaleren Schnitt und einen engeren Fersensitz.
  • Druckstellen an Zehenknochen der Großzehe sollten so gut es geht vermieden werden.
  • Achillessehne ohne Druckstellen

Es gibt bereits von fast jedem Hersteller Schuhe für die verschiedensten Fußtypen. Der menschliche Vorderfuß kann grob in 3-5 Typen eingeteilt werden. Manche Hersteller geben Empfehlungen bezüglich Passform und der jeweiligen Fußform. Es kann also nicht schaden herauszufinden welche deine Fußform ist. 

Kletterschuhe Anfänger Fußtypen
Kenne Deine Fußform

6. Symmetrisch vs. Asymmetrisch

Die Form des asymmetrischen Kletterschuhs ist so ausgelegt, dass sich alle Zehen in Richtung Großzehe neigen, um so noch mehr Energie auf einen einzelnen Punkt bzw. auf ganz kleine Tritte zu fokussieren.

Asymmetrie ist was für Experten
Diese asymmetrische Form kommt fast ausschließlich bei Expertenschuhen vor und ist (wie Ihr Euch bereits denken werdet) sehr unbequem. 

Boulderschuhe-kaufen-Asymmetrie
Symmetrisch vs. Asymmetrisch

Asymmetrie + Vorspannung + Downturn = Extremer Kletterschuh für High Performance und kleinste Tritte. 

7. Ferse und Toepad

Vor allem wer viel bouldert, sollte einen genauen Blick auf die Ferse und die Oberseite der Zehenbox werfen. Die Ferse kommt beim Bouldern regelmäßig in Form eines “Heelhooks” zum Einsatz. Achtet dabei auf enge Passform und genügend Gummi im Fersenbereich. 

Spezielle Boulderschuhe sind auf der Oberseite der Zehenbox oft mit einer extra Gummiauflage ausgestattet, dem sogenannten “Toepad” das erhöht den Grip und erleichtert Euch den “Toehook”. 

Skwama La Sporiva
Verstärkung an Ferse- und Zehenbereich

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Boulderschuhe ausleihen?

In jeder Kletter bzw. Boulderhalle habt Ihr die Möglichkeit Euch Kletterschuhe auszuleihen. Das ist ideal für das aller erste mal Klettern und vielleicht noch das zweit mal.

Sobald Ihr merkt, dass Euch das Klettern oder Bouldern Spaß macht, würde ich mir aber bald einen Anfängerschuh kaufen. Warum?

  1. Verschwitzte Leihschuhe definitiv ekelig. 
  2. Leihschuhe sind meist völlig verformt und ausgeleiert.
  3. Leihschuhe kosten zwischen 5 und 10 Euro. Wenn Ihr ein paar mal Bouldern geht, habt Ihr mit dem Kauf von eigenen Boulderschuhen schon Geld gespart.

Einsteiger Modelle – Meine 2 Favoriten

Die besten Kletterschuhe für Anfänger
Jeder dieser Schuhe ist ein sehr guter Anfängerschuh und egal für welchen dieser Schuhe Ihr Euch entscheidet (solange Ihr die richtige Größe wählt), werdet Ihr sicher zufrieden sein.

Mehr zum Thema “Die richtige Größe wählen” findet Ihr in den Kapiteln weiter unten. Warum ich mich für diese zwei Schuhe zum Bouldern und Klettern entschieden habe? Ganz einfach:

Die besten im Kletterbusiness
La Sportiva und Scarpa sind schon lange im Geschäft und stellen einfach sehr, sehr gute Schuhe her. Die Qualität der Verarbeitung, die Passform, der Grip sowie das ganze Design sind schon über Jahre hinweg ausgezeichnet.

Klar gibt es noch andere gute Schuhhersteller (5.10, Evolv, Boreal, Ocun, Red Chili etc.), und ich bin immer drauf und dran neue Schuhe zu testen (im Moment teste ich gerade die Schuhe von Black Diamond und Soill) trotzdem…

Wenn mich jemand fragt welchen Kletterschuh ich für Einsteiger empfehlen würde, sind es die Schuhe von Scarpa oder La Sportiva. Ich persönlich habe schon viele dieser Schuhe probiert und war immer zufrieden. 

Mehr zu den einzelnen Schuhen findet Ihr auf unserer Empfehlungsseite.

Wie eng soll ein Kletterschuh sitzen?

Der Kletterschuh soll immer eng sitzen, das heißt: keine Hohlräume, enger Fersensitz und auch vorne an den Zehenspitzen relativ eng.

Für Anfänger empfehle ich unbedingt den Schuh so zu kaufen, dass die Zehen nicht oder nur ganz minimal aufgestellt sind.

Für fortgeschrittene Kletterer sieht das anders aus. Wie eng ein Kletterschuh sein soll hängt von mehreren Faktoren ab:

1.Abhängig vom Kletterniveau

Anfänger Schuhe sitzen eng aber immer noch relativ komfortabel. Beim Ansteigen von Tritten dürfen keine Schmerzen verspürt werden. Vergesst nicht, für Euch als Anfänger gibt es viel zu lernen (Fußtechnik, evtl. Seil- und Sicherungstechnik, Bewegungen, Position, Eindrehen, Hooken…) einen zu engen Schuh könnt ihr da nicht gebrauchen.

Der zweite Kletterschuh kann enger sein
Mit mehr Erfahrung und verbesserter Technik könnt Ihr Euch beim nächsten Schuhkauf ein etwas engeres und aggressiveres Modell für fortgeschrittene Kletterer / Boulderer kaufen.  

2.Abhängig vom Einsatzgebiet

Für kurze knackige Boulder- Sportkletterrouten bei denen es um jeden Millimeter geht, kann der Schuh auch mal etwas enger sein (enger, aber keine Schmerzen!).

Wer hingegen auch längere Routen oder sogar Mehrseillängen probieren möchte der tut gut daran einen bequemen nicht ganz so engen Kletterschuh zu wählen. 


Du willst wissen ob Du das Zeug für Mehrseillängen hast – Dann schau auf unserem Kompletten Mehrseillängen Guide vorbei. Dort lernst Du alles von der Ausrüstung bis zum Abseilen.

Mehrseillängen guide Titelbild
Mehrseillängen – Das ultimative Abenteuer

Kletterschuhe – Die richtige Größe?

Hier ist es ganz wichtig zu wissen, dass jeder Schuhhersteller mit einem individuellen Größenschlüssel arbeitet. Das heißt La Sportiva Schuhe werden z.B. 1-2 Nummern kleiner getragen als normale Straßenschuhe, wohingegen Boreal durchschnittlich nur eine halbe Nummer kleiner getragen wird. 

Genialer Größenrechner
Die Auswahl der Große ist von Marke zu Marke unterschiedlich. Zum Glück sind die Größen innerhalb einer Marke recht konstant. Auch hier gilt wieder probiert verschiedene Größen und Modelle an. Mit dem Kletterschuh-Größenrechner der Bergfreunde könnt Ihr euch einen ganz guten Überblick verschaffen. 

Wie passe ich einen Kletterschuh an?

Die beste Methode ist: reinpinkeln und anschließend hart Bouldern!

Ähh ja… nicht ganz. Aber so ähnlich. 

1.Wärme und Wasser 

Zieht Eure schönen neuen Kletterschuhe an und gönnt Euch ein warmes Fußbad oder geht einfach damit Duschen. Danach macht es Euch gemütlich und tragt Euren Kletterschuh (im feuchten Zustand) so lange wie möglich.

Ideal wäre es mit dem Kletterschuh noch im feuchten Zustand klettern zu gehen oder zumindest mit Treppensteigen den Schuh eintreten.

Anpassungszeit verkürzen
So wird die unvermeidliche und oft unangenehme Anpassungszeit verkürzt und der Schuh passt sich schneller an Eure Füße an. Der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall. 

1.Haarföhn

Schmerzt der Schuh nur an einer bestimmten Stelle (z.b. Überbein oder Großzehe) kann der Schuh punktuell mit einem herkömmlichen Haarföhn (vorsichtig) erwärmt und dann manuell ausgedehnt oder getragen werden. 

Lebensdauer von Kletterschuhen

Die Lebensdauer von Kletterschuhen ist offensichtlich abhängig von der Art und Häufigkeit der Nutzung sowie der Gummidicke.

Je dicker die Sohle desto länger haltbar
Wie wir schon gehört haben sind Anfängerschuhe mit einer dickeren Sohle und Gummi ausgestattet was sich speziell für Einsteiger rechnet, da diese Schuhe wesentlich länger gebraucht werden können.

Sind Eure Kletterschuhe durch, habt Ihr die Möglichkeit sie für 30-40 € nochmal neu besohlen zu lassen.

Reparatur und Besohlung

Der Gummi bzw. die Sohle eines Kletterschuhs nutzt sich relativ schnell ab.
Ist der Rest Deiner Kletterschuhe noch gut in Schuss kannst Du sie 1-2 mal neu besohlen lassen. Dabei wird für wenig Geld die kaputte Sohle des Schuhs ausgetauscht und der Schuh ist wieder wie neu.

Ab der zweiten Besohlung verliert der Schuh aber zunehmend an Form und Spannung und eine dritte Besohlung macht meistens keinen Sinn mehr. 

Eure Kletterschuhe könnt Ihr in fast jeder größeren Kletter- oder Boulderhalle für 30-40 Euro professionell besohlen lassen. Die Besohlung kann bis zu 3 Wochen dauern, also am besten Ihr habt für die Zeit schon einen zweiten gut passenden und eingekletterten Schuh parat. 

Wartet mit der Besohlung nicht zu lange, denn sind die Löcher erst mal zu groß oder an einer ungünstigen Stelle, kann der Schuh evtl. nicht mehr neu besohlt werden. 

Boulderschuh vs. Kletterschuh

Kletterschuhe können auch zum Bouldern verwendet werden und umgekehrt.
Es ist sehr stark vom jeweiligen Einsatzgebiet abhängig und es wird nicht wirklich zwischen reinen Boulder oder Kletterschuhen unterschieden. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass Boulderschuhe:

  • etwas weicher sind (bessere Reibung)
  • spezielle Gummiauflagen im Fersen und Zehenbereich aufweisen (verbesserte Heel- bzw. Toehook Eigenschaften)

Der klassische Kletterschuh hingegen bietet aufgrund der etwas härteren Sohle mehr Unterstützung auf kleinen Leisten und langen Sportkletterrouten

Wie gesagt die Wahl des Schuhs ist stark abhängig von Gestein, Länge und Art der Kletterei sowie der persönlichen Präferenz. So kann es zum Beispiel sein, dass zwei Profikletterer in der selben Route zwei komplett unterschiedliche Schuhe wählen. 


Was macht einen Boulderschuh wirklich aus, worin liegen die Unterschiede zum Kletterschuh und was sind die Vorteile? Das und mehr findest Du auf unserem Beitrag: Boulderschuhe kaufen – Test der 6 besten Modelle + 15 Tipps


Werden Kletterschuhe barfuß oder mit Socken getragen?
Kletterschuhe & Boulderschuhe werden grundsätzlich ohne Socken getragen. Der Kletterschuh soll wie eine zweite Haut eng am Fuß anliegen um ein Maximum an Gefühl und Präzision zu gewährleisten. Socken werden nur an kalten Klettertagen oder in Leihschuhen getragen. 

Einer der besten Kletterer “ever” spricht in diesem Video über die Wichtigkeit von Kletterschuhen. Tipps für Anfänger (ab Minute 7:37)

Super informatives und ausführliches Video über Kletterschuhe:

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