Kletterseil Test Kaufen

Kletterseil Test 2020 – Die 5 besten Einfachseile.

Wenn Du wissen willst was ein gutes Seil ausmacht und was es mit Begriffen wie Fangstoß, Mantelanteil und dynamische Seildehnung wirklich auf sich hat, dann bist Du hier richtig. 

Wir starten mit einer Übersicht der Kletterseil Testsieger. Weiter unten im Text werden die Seile genau beschrieben und nach unseren 6 Testkriterien bewertet.


Die besten Kletterseile 2020


Kletterseil Test – Die 5 Testsieger


Bestes Allround Kletterseil 

Black Diamond 9.4 Dry

Kletterseil Test Allround

  • Das Black Diamond ist aufgrund seines Durchmessers und geringen Gewichts das ideale Allround-Kletterseil.
  • Die zusätzliche Imprägnierung macht es nicht nur Schmutz und Wasserabweisend, sondern auch widerstandsfähiger gegen Abrieb.
  • Das Seil hat sich auch in Sachen Preis / Leistung gegen die Konkurrenz durchgesetzt.
  • Leicht, robust, flexibel. 

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Testsieger Sportklettern

Edelrid Boa

Testsieger Sportklettern

  • Das Edelrid Boa hat sich in allen Kategorien als das ausgewogenste Kletterseil durchgesetzt.
  • Das Seil hat einen Durchmesser von 9,8 mm (ideal zum Sportklettern) und einen relativ hohen Mantelanteil von 40 % (robust und langlebig).
  • Die spezielle Wärmebehandlung macht das Seil weich und geschmeidig.
  • Das Seil ist leichtläufig und lässt sich angenehm klippen.  

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Testsieger
Preis / Leistung

Edelrid Python 10 mm

Kletterseil Test günstig

  • Das Python ist sowohl unser Kletterseil Testsieger in der Kategorie Preis / Leistung sowie unsere Empfehlung für Einsteiger.
  • Der Durchmesser von 10 mm ist etwas breiter gewählt, sorgt so für mehr Reibung und unterstütz beim Sichern.
  • Das Seil hält 8 Normstürze und zählt zu den robusteren – ein echtes Arbeitstier.
  • Mehr Leistung für den Preis haben wir nicht gefunden.  

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Bestes Kletterseil Leichtgewicht

Petzl Volta 9.2

Kletterseil kaufen Leicht

 

  • Geschmeidiges Seil mit sehr gutem Handling.
  • Geringes Gewicht 
  • Imprägnierung schützt vor Feuchtigkeit und Schmutz. 
  • Als Einfach-, Halb- oder Zwillingsseil zertifiziert – sehr vielseitig Einsetzbar.
  • Dabei kommt das Volta mit einen Mantelanteil von 40 % daher, was es zu einem leichten, aber trotzdem robusten Seil macht.  

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Testsieger für die Halle

Beal Wall Master

Kletterseil für die Halle

  • Ein Lastentier für die Halle. Wer schon ein Seil für das Klettern am Fels hat, oder ausschließlich in der Halle klettert und ein extrem langlebiges Seil sucht der kann seine Suche hier und jetzt mit dem Beal Wall Master beenden.
  • Das Seil wiegt zwar etwas mehr (71 g/m) ist dafür extrem robust und wird Dir lange zur Seite stehen.
  • Der Fangstoß ist gering und die dynamische Seildehnung relativ hoch – das perfekte Seil für die extra Einheit Sturztraining.  

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6 Kriterien für den Kletterseil Test

Wir haben die Seile nach folgenden Kriterien getestet und beurteilt:

1. Handhabung: 
Das Spektrum reicht von hart und starr bis hin zu weich und geschmeidig. 
Wie verhält sich das Seil beim Sichern (Bedienung Sicherungsgerät)?
Wie verhält sich das Seil beim Klettern (Klippen, Seilreibung)?
Neigt das Seil zu Krangelbildung?

Felskletterkurs-Expressen-einhängen
Liegt gut in Hand und Mund

Welchen Fangstoß hat das Seil. Grundsätzlich kann man sagen je niedriger desto besser – mehr Informationen zum Thema findest Du weiter unten im Text.

2. Lebensdauer 
Manche Seile sind auf Langlebigkeit andere auf Performance ausgerichtet – wir überprüfen:
– Welches Material wurde verwendet?
– Wie viele Normstürze werden angegeben?
– Wie hoch ist der Mantelanteil (je höher desto robuster)?
– Ist das Seil zusätzlich geschützt (Protektion, Imprägnierung)?

Kletterseil test seil
Bitte vermeiden – scharfe Kanten

Unsere Tests haben deutlich gezeigt, dass behandelte Seile (Imprägnierung etc.) nicht nur besser gegen Wasser schützen, sondern unabhängig davon auch generell langlebiger sind.

Ein Test den Mammut durchgeführt hat, bestätigt dies eindrücklich: Behandelte Seile überstehen den Abreistest um bis zu 50 % länger als unbehandelte Seile.

3. Sturzverhalten
Wie verhält sich das Seil im Fall eines Sturzes. Dabei spielt das Verhältnis von Fangstoß und Seildehnung eine entscheidende Rolle. Wir haben jene Seile mit dem besten Verhältnis herausgefiltert und bewertet.

Klettern Sturzangst Struztraining
Hoffentlich ein gutes Seil

Ein sanfter Sturz bei relativ geringer Seildehnung stellt das Optimum an Sicherheit dar.

4. Vielseitigkeit (Nur für Allroundseile)
Das perfekte Seil gibt es nicht… jedes hat irgendwo Stärken und Schwächen. Gut ausbalancierte Seile können aber vielfältig eingesetzt werden und bekommen hierfür Punkte. 

5. Preis / Leistung
Gute Seile zu einem fairen Preis sammeln Punkte. Überteuerte Seile ohne dementsprechende Leistung verlieren Punkte. 

6. Extras
Eine Mittelmarkierung ist unbedingt erforderlich. 
Bicolour: Die beiden Seilhälften haben ein unterschiedliches Design. 

Bicolour kletterseil kaufen
Bicolour Seil

Ready Coil: Seil kann ausgepackt werden und direkt verwendet werden. Seile ohne Ready Coil müssen bevor sie verwendet werden können, richtig “abgewickelt” werden.

Zum Beispiel: Bei den Seilen von Edelrid ist kein Abwickeln mehr nötig:

Einfach das Seil….
…aus der Verpackung rausziehen.
Ready to climb!

Kletterseil Testsieger im Detail


Bestes Allround Kletterseill

Diamond 9.4  Dry

Kletterseil Test Allround

Handhabung 91/100
Robust 86/100
Gewicht 93/100
Sturzverhalten 90/100

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Durchmesser: 9,5 mm
Metergewicht: 58 g/m – Beispiel 70 m Seil: 4060g
Fangstoß: 8 Kn
Dynamische Dehnung: 34 %
Statische Dehnung: 8,4 %
Normstürze: 7
Imprägniert: Ja
Mittelmarkierung: Ja 
Kletterfertig: Ja, kein Abwickeln nötig!

Einsatzbereich: Allround 

Kletterseil kaufen Allround
BD 9.4 – Nahaufnahme
  • Gutes Handling
  • Sehr vielseitig einsetzbar
  • Langlebig
  • Angenehmer Fangstoß
  • Imprägnierung ist etwas kostspielig

Wie es sich für einen echten Allrounder gehört, ist das Seil in allen Bereichen ausgewogen

Das 9,4 Dry von Black Diamond ist ein echtes Allround Kletterseil und Du kannst es überall verwenden. Ob Sportklettern, Mehrseillängen, Alpin oder Eisklettern.

  • Vergleichsweise geringes Gewicht machen es interessant für Alpine Unternehmungen.
  • Der ideale Durchmesser von 9,4 mm sorgen für geschmeidiges Handling.
  • Robust und langlebig auch nach mehrmaligen Stürzen beim Sportklettern. 
  • Geringer Fangstoß (8 Kn) ist in jeder Disziplin ein Vorteil. 
  • Dry Behandlung machen das Seil unempfindlich gegen Schmutz, Feuchtigkeit und Abrieb. 
Kletterseil test Black Diamond

Wer auf die Dry-Behandlung verzichten kann, für den kommt das Seil auch in der unbehandelten Variante daher. Was einen Preisunterschied von ca. 40 Euro ausmacht – die zusätzliche Investition in die Dry Variante lohnt sich aber auf jeden Fall. 

Platz 2 in dieser Kategorie geht an das 9.5 Craig Dry von Mammut. Das Crag Dry musste sich nur knapp geschlagen geben – aufgrund von leichten Nachteilen in den Kategorien Preis und Handling.


Was macht ein gutes Allroundseil aus?

1. Es ist nicht zu schwer.
Ein Allroundseil kannst Du für fast alles verwenden und übermäßig schwere Seile mit dementsprechend dicken Durchmesser kommen da nicht in Frage.

2. Mittlerer Durchmesser (um 9,5 mm)
Das Seil sollte nicht zu dünn sein, da sonst die Lebenserwartung des Seils zu gering ist – darf aber auch nicht 11 mm dick sein, weil sonst die Handhabung darunter leidet. 

3. Handling
Mittelmaß zwischen geschmeidiger Handhabung und Langlebigkeit. 

4. Zusätzliche Behandlung (Imprägnierung oder Protektion)
Ist immer von Vorteil und erhöht die Lebensdauer beim Abreistest um bis zu 50 %. Zusätzlicher Schutz ist ein Muss für das perfekte Allround-Kletterseil. 

5. Länge
Der Trend geht zu längeren Routen, daher ganz klar – 70 m.

Ein Seil für alles – ja das geht.
Ein wirkliches Allround-Kletterseil kannst Du für alles verwenden. Wenn Du in vielen verschiedenen Disziplinen unterwegs bist, Dir aber nur ein Seil kaufen möchtest, dann bist Du mit einem Allrounder richtig. 

Solltest Du vermehrt Sportklettern – dann kommt jetzt das richtige Seil für Dich:


Testsieger Sportklettern

Edelrid Boa

Testsieger Sportklettern
Handhabung 90/100
Robust 93/100
Gewicht 88/100
Sturzverhalten 93/100

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Übersicht:
Durchmesser: 9.8 mm
Metergewicht: 62 g/m – Beispiel 70 m Seil: 4340g
Fangstoß: 8,8
Dynamische Dehnung: 32 %
Statische Dehnung: 9,3 %
Normstürze: 7
Mantelanteil: 40 %
Behandlung: Thermo Shield
Imprägniert: Nein
Mittelmarkierung: Ja
Kletterfertig? Ja, kein Abwickeln nötig!

Einsatzbereich: Sportklettern, Hallenklettern

Jedes Seil wird von Hand überprüft
  • Robust und Langlebig
  • Leicht
  • Gutes Handling
  • Anfangs etwas starr

Edelrid-Seile gehören zu den Besten Seilen der Welt. Punkt. 

Das Boa ist aufgrund seiner Beschaffenheit ein ideales Seil zum Sportklettern. Ein relativ hoher Mantelanteil und die thermische Veredelung sorgen für ein extra an Langlebigkeit. Der Durchmesser von 9,8 ist der Sweet-Spot zum modernen Sportklettern und lässt sich so für alle uns bekannten Sicherungsgeräte verwenden.

Das Edelrid Boa im Test

Die Sturzeigenschaften sind mit einem Fangstoß von unter 9 und einer dynamischen Dehnung von 32 % angenehm und sorgen für einen weichen Sturz. Alle Seile von Edelrid sind dank 3D-Lapcoiling ohne umständliches Abwickeln sofort einsatzfähig (ohne Krangelbildung).  

Kletterseiltest Einfachseil Edelrid Boa
Gute Mischung aus geschmeidig und robust.

Auf Platz 2 hat es das Black Diamond 9.9 geschafft. Immerhin das zweitbeste Seil und daher auch eine absolute Empfehlung wert – im Gegensatz zum Boa ist es aber etwas schwerer und weist eine geringere Norm-Sturzzahl (6) auf, dafür hat es in Sachen Fangstoß minimale Vorteile. In der Kategorie Handhabung hat das Boa aufgrund der speziellen Veredelung (Wärmebehandlung) besser abgeschnitten. 


Was macht ein gutes Sportkletterseil aus? 

1. Es ist robust.
Beim Sportklettern stehen Stürze an der Tagesordnung. Du möchtest ein Seil das vielen Stürzen standhält, ohne an Leistung zu verlieren. 

2. Es ist abriebfest
Speziell beim Abseilen passiert es öfter, dass Dein Seil über spitze Felsstrukturen oder scharfe Kanten läuft – Abriebfestigkeit und ein höherer Mantelanteil sind von Vorteil. 

3. Handling und Durchmesser (9,8 -10 mm)
Kletterseile zum Sportklettern dürfen gerne etwas dicker sein, aber nicht so dick, dass die Handhabung darunter leidet. Die besten Erfahrungen haben wir mit Seilen knapp unter 10 mm gemacht.

4. Länge
Die längsten Routen sind oft die schönsten – Klare Empfehlung 70 m. Je nach Klettergebiet können auch 80 m sinnvoll sein, aber mit 70 m kannst Du den Großteil der Routen klettern. 

5. Gewicht
Speziell unsere Testsieger haben ein ausgewogenes Verhältnis von robust und trotzdem leicht – perfekt zum Sportklettern. Ultraleichte Seile spielen nur dann eine Rolle, wenn Du:
a.) sehr weite Zustiege hast oder
b.) ein echter Crack bist, am absoluten Limit kletterst und eine Route Rotpunkten oder Durchsteigen möchtest. 

Bedenke: Geringeres Gewicht geht immer auf Kosten von Langlebigkeit. Im Sportkletterseil-Test haben wir den Fokus auf Langlebigkeit und gutes Handling gesetzt.


Testsieger in Preis / Leistung – Einsteigerseil

Edelrid Python 10 mm

Kletterseil Test günstig

Handhabung 84/100
Robust 90/100
Gewicht 86/100
Sturzverhalten 90/100

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Übersicht:
Durchmesser: 10 mm
Metergewicht:  64g/m – Beispiel 60 m Seil: 4480g
Fangstoß: 8,9 Kn
Dynamische Dehnung: 32 %
Statische Dehnung: 10 %
Normstürze: 8
Mantelanteil: 38 %
Behandlung: Thermo Shield
Imprägniert: Nein
Mittelmarkierung: Ja
Kletterfertig? Ja, kein Abwickeln nötig!

Einsatzbereich: Sportklettern, Hallenklettern 

Kletterseil günstig kaufen
Alternative Farbe – Python
  • Relativ robust
  • Weiche Stürze
  • Solides Handling
  • Guter Preis
  • Etwas schwerer

Edelrid hat mit diesem Seil ein günstiges, aber auf keinen Fall billiges Seil auf den Markt gebracht.

Das Python ist mit 10 mm etwas dicker – was gleich 2 Vorteile für Einsteiger mit sich bringt: 
a.) Es ist langlebig und unempfindlich.
b.) Es ist nicht zu leichtgängig, das heißt die höhere Seilreibung ist in diesem Fall gewünscht, denn sie unterstützt so den Anfänger beim Sichern.

Für den Preis – erstaunlich geschmeidig.

Dieses Kletterseil ist für qualitätsbewusste und finanzbewusste Personen die beste Wahl.

Platz 2 geht and das Tendon- Smart Lite. Es ist zwar noch um ca. 20 Euro günstiger hat aber dafür in allen Belangen schlechter abgeschnitten als das Python von Edelrid. Nichts desto trotz, das Tendon erfüllt alle Sicherheitsstandards und ist für jene die Low Budget unterwegs sind eine Option.


Kletterseil Testsieger – Leichtgewicht

Petzl Volta 9.2

Kletterseil kaufen Leicht

Handhabung 95/100
Robust 83/100
Gewicht 93/100
Sturzverhalten 90/100

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Übersicht:
Durchmesser: 9,2 mm
Metergewicht: 55 g/m – Beispiel 60 m Seil: 3850g
Fangstoß: 8,6 Kn
Dynamische Dehnung: 33 %
Statische Dehnung: 7,5 %
Normstürze: 6
Mantelanteil: 42 %
Behandlung: EverFlex-Veredelung 
Imprägniert: Ja
Mittelmarkierung: Ja
Kletterbereit? Nein, abwickeln ist notwendig. 

Einsatzbereich: Alpin, Mehrseillängen, Eis und Mixed-Klettern

Kletterseil leicht kaufen
Petzl Volta 9.2
  • Vielseitig Einsetzbar
  • Leicht
  • Sehr geschmeidig und weich
  • Gute Imprägnierung
  • Nicht so langlebig
  • Etwas teuer

Das Seil liegt extrem gut in der Hand, ist weich und geschmeidig – Der perfekte Seil für einen harten Durchstieg.

Das Petzl Volta hat Bestnoten in der Kategorie “Handhabung”. Das Seil ist sehr leichtläufig und die Imprägnierung hält das Seil zuverlässig trocken. Der hohe Mantelanteil macht es relativ robust und das bei einem Gewicht von nur 5,5 g/m.

Der Fangstoß ist mit 8,6 Kn erstaunlich gering. Das Seil ist mit allen Werten klar auf Performance ausgelegt: leicht, sehr gute Handhabung, extrem leichtläufig. Es liegt in der Natur der Sache, dass Leichtgewicht-Seile, im Vergleich zu anderen Seilen, etwas anfälliger auf Abrieb und Verschleiß sind. 

Der Platz 2 geht an das Beal Joker 9.1 GoldenDry. Hier war das Rennen um Platz 1 besonders knapp, das Joker hat ähnliche Testwerte erreicht wie das Petzl und steht dem Testsieger um nichts nach. Das Joker ist minimal dünner (9,1 mm) und etwas leichter (52 g/m). Beide Seile sind absolut empfehlenswert.


Was macht ein gutes Seil für Alpine Unternehmungen aus?

1. Es sollte leichter sein als das durchschnittliche Kletterseil.
Lange Zustiege, lange Klettertage – Gewicht zählt hier. Idealerweise im Bereich um die 55 g/m.

2. Durchmesser (ca. 9 mm)
Klar, es würde auch noch dünner gehen aber ultra dünne Seile sind für die meisten Normalbürger nicht immer von Vorteil. Vor allem, da die Lebensdauer mit jedem mm sinkt und die Gewichtsersparnis sich in Grenzen hält. 

3. Handling
Diese Seile sollten leichtläufig, relativ weich und geschmeidig sein. Starre Seile haben in einer Mehrseillänge klare Nachteile. Vor allem wenn der Seilverlauf nicht gerade ist (was fast immer der Fall ist), käme es zu unangenehm hoher Reibung. 

4. Robust
Wer den Sweetspot zwischen leicht, geschmeidig und trotzdem robust erwischt, der hat das perfekte Kletterseil für Alpine Unternehmungen gefunden. 


Testsieger für die Halle

Beal Wall Master

Kletterseil für die Halle

Handhabung 85/100
Robust 96/100
Gewicht 80/100
Sturzverhalten 91/100

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Übersicht:
Durchmesser: 10,5 mm
Metergewicht: 71 g/m – Beispiel 50 m Seil: 3350g
Fangstoß: 8,4 Kn
Dynamische Dehnung: 36 %
Statische Dehnung: 8,5 %
Normstürze: 8
Mantelanteil: 42 %
Imprägniert: Nein
Mittelmarkierung: Nein
Kletterfertig? Ja, kein Abwickeln nötig!

Einsatzbereich: Hallenklettern

Bestest Kletterseil Halle
Alternative Farbe – Wallmaster
  • Extrem robust und Langlebig
  • Gutes Sturzverhalten
  • Keine Mittelmarkierung

Das Wall Master ist wie kein anderes Seil auf die Bedürfnisse in der Halle konstruiert. 

  • Das Seil ist mit 71 g/m etwas schwerer (was bei kurzem Zustieg und bei relativ kurzen und kerzengeraden Routen relativ egal sein dürfte).
  • Hat einen sehr hohen Mantelanteil was es extrem robust (vor allem in Toprope-Situationen) und langlebig macht. 
  • Hat einen geringen Fangstoß (8,4 Kn) und eine relativ hohe dynamische Seildehnung (36 %) – Was ein angenehm weiches Sichern unterstützt.
  • Die spezielle Herstellungsweise (One Core) macht das Seil wie bereits erwähnt etwas schwerer, dafür sind die in der Halle häufig auftretende Mantelverschiebungen so gut wie ausgeschlossen.
  • Kein Krangeln

Kletterseile werden speziell in der Halle hart rangenommen. Wer häufig in der Halle klettert, hat mit diesem Seil einen Partner mit hoher Lebenserwartung gefunden, der auch in kniffligen Situationen geschmeidig bleibt. 

Platz 2
Wenn Du auf der Suche nach einem etwas leichterem Seil bist, dann kann ich dir unseren Platz 2 im Kletterseil Test ans Herz legen. Das Edelrid Tower Lite kostet um ca. 15 Euro mehr, ist dafür aber um 0,5 mm dünner (10 mm) und 5 g/m leichter (66 g/m).

Das Tower Lite ist nicht so langlebig, dafür aber im Handling besser. Wenn Du auf der Suche nach Performance bist dann empfehle ich das Tower Light – wenn dir Langlebigkeit wichtiger ist, dann ist das Beal Wallmaster das richtige Seil für dich.


Welches Kletterseil ist das richtige für mich?

Diese Frage ist oft gar nicht so einfach zu beantworten – für viele wird es das Sportkletterseil sein, andere werden womöglich zum Allrounder greifen. Für all jene die wirklich vielseitig unterwegs sind, kann es durchaus Sinn machen mehrere Seile zu besitzen. Bevor Du Dir also ein Kletterseil kaufst, solltest Du folgende Fragen beantworten. 

Frage 1: Wofür möchtest Du das Kletterseil verwenden? 

Du gehst hauptsächlich Sportklettern?
Dann kauf dir ein robustes Seil mit einem Durchmesser zwischen 9,5 und 10,5 mm. 

Suchst Du ein leichtes Seil für Alpine Touren – mit dem Du auch Sportklettern kannst?
Dann schau Dir unsere Testsieger in der Kategorie Allround an.

Du kletterst nur in der Halle?
Dann greif definitiv zu einem Kletterseil, dass speziell für die Halle gefertigt wurde. 

Du bist Anfänger, gehst meistens Sportklettern und weißt nicht so recht?
Schau Dir unseren Testsieger in der Kategorie Preis / Leistung mal etwas genauer an – optional hol dir den Sportkletter-Sieger.

Kletterseil wie lang

Kletterschuh Test
Wir haben 20 Paar Schuhe getestet. Die 9 BESTEN für:

  • Kleine Tritte
  • Überhang
  • Bouldern
  • Senkrechte Kletterei
  • Anfänger, Könner & Experten
  • etc.

Frage 2: Wie lange sollte das Kletterseil sein?

Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten und es kommt ganz drauf an wofür Du das Seil verwenden möchtest. 

Wann reicht ein kürzeres Seil?
Wenn Du immer in derselben Halle kletterst und die Halle nicht über 15 m hinausgeht, dann reicht Dir ein 30 m Hallenseil. Dasselbe gilt für den Klettergarten der 30 m nicht überschreitet – Dann reicht ein 60 m Seil vollkommen aus. 

Wann ein längeres Seil?
Wenn Du aber öfter mal das Klettergebiet wechselst oder einen Klettertrip planst, dann macht es Sinn in ein 70 m Seil zu investieren. Genauso gibt es Hallen in denen Kletterrouten über 20 Meter Länge möglich sind (Überhang) und ein 50 Meter Seil verlangen.

Meine Empfehlung Hallenklettern: mindestens 40 m – besser 50 m

Die meisten Kletterhallen sind doch maximal 15 – 20 m hoch – Da würde doch auch ein 40 m Seil reichen? Das stimmt nicht unbedingt – Aber warum?

  1. Der Trend geht klar in Richtung höhere Kletterhallen.  
  2. Wenn Du im Überhang kletterst kann es gut sein, dass die Routenlänge von 18 Metern auf 22 m steigt. Da ist es besser, wenn Du etwas zusätzlichen Spielraum einkalkulierst. 
  3. Die Seilenden sind die mit Abstand am meisten beanspruchten Teile eines jeden Kletterseils. So kann es sein, dass Dein Kletterseil zwar insgesamt noch gut in Schuss ist, aber die Seilenden abgeschnitten gehören. Was kein Problem darstellt, wenn Du ein 60 m Seil hast. Du kannst die Seilenden abschneiden (2x5 m) und hast dann immer noch ein 50 m Seil – So kannst Du die Lebensdauer Deines Seils fast verdoppeln. 

Aber:
Wenn Du ausschließlich in “Deiner” Halle kletterst, und diese Halle definitiv nicht über 15 m hinausgeht, dann reicht Dir auch ein 30 oder 40 m Seil. 

Meine Empfehlung Sportklettern Outdoor: 70 – 80m

Klar für manche Klettergebiete reicht ein 60 m Seil vollkommen aus. Und wenn Du Dich ausschließlich an Kletterwänden aufhältst, die maximal 30 m erreichen, dann bist Du auf der sicheren Seite.

Der Trend geht aber auch hier zu längeren Routen, in vielen der größeren Klettergebiete sind 35 m Routen keine Seltenheit mehr. Wohingegen 40 m Routen (noch) eher zu Ausnahme gehören. 

Auch hier gilt, wer ein 80 m Seil hat, kann beide Seilenden ein oder mehrmals kürzen und kann somit die Lebensdauer seines Seils verlängern. 

Allround: 70 m
Wenn Du Dir nur ein Seil kaufen möchtest, dann empfehle ich auch hier 70 m. Wenn Du etwas mehr Geld zur Verfügung hast, dann macht es absolut Sinn zusätzlich zum Sportkletterseil in ein spezielles und langlebigeres Hallenseil zu investieren. 

Meine Empfehlung Halbseile: 60 m 
Halbseile gibt es natürlich auch in der 50 und 70 m Variante, aber für die meisten Routen sind 60 m Halbseile das ideale Mittelmaß. Nicht ganz so schwer wie die 70 m dafür bieten sie mehr Spielraum und Sicherheitsreserve als die 50 m Seile (vor allem beim Abseilen). 


Die neuen Klettergurte werden immer leichter und besser.
Wir haben 14 Gurte getestet – die Gewinner findest Du im aktuellen Klettergurt-Test.

Klettergurte im Test
Alle Testsieger im Detail.

Frage 3: Wie dick sollte das Kletterseil sein?

Welcher Seil-Durchmesser ist der richtige für mich? 

Vorteile von dünnen Kletterseilen:
Je dünner das Kletterseil ist, desto leichter und geschmeidiger ist das Seil. Das bringt klare Vorteile bei langen Zustiegen oder bei schwierigen Kletterprojekten (geringere Reibung), in denen es auf jedes Gramm ankommt. 

Die Nachteile:
Die Lebensdauer von dünnen Seilen ist grundsätzlich kürzer. Dünne Seile können in Sachen Abriebfestigkeit und Anzahl von Normstürzen nicht mit robusten und dickeren Seilen mithalten. 

Für Anfänger empfehle ich etwas dickere Seile (10 mm). Es kommt ein wenig darauf an welches Sicherungsgerät Du benutzt, aber grundsätzlich sind dickere Seile etwas schwergängiger, was speziell am Anfang einen kleinen “Sicherheitspolster” gibt.

Ist das Seil sehr dünn dann kann es bei manchen Sicherungsgeräten “zu leichtgängig” sein und man hat das Gefühl, dass das Seil zu wenig Reibung entwickelt und speziell beim Ablassen einfach durchflutscht. 

Achte beim Kauf von Seil und Sicherungsgerät auf die Bedienungsanleitung. Jedes Sicherungsgerät kommt mit genauen Angaben für welchen Seildurchmesser es verwendet werden darf. 

Meine Sicherungsgerät Empfehlung: Petzl GriGri

Gewichts Beispiel 70 m Einfachseil:

Durchmesser 9,2 (Petzl Volta): 3850 g 
Durchmesser 10: (Edelrid Phyton) 4480 g

Die Differenz beträgt 630 g, alle über einem halben Kilo macht sich deutlich bemerkbar.


Frage 4: Wie viel Mantelanteil? 

Wer viel in der Halle oder Toprope klettert, sollte auf einen hohen Mantelanteil achten. Der Mantelanteil wird in % angegeben und sollte für die Halle aus mindestens 36 % bestehen. 

Höherer Mantelanteil
Vorteil: abriebfester, langlebiger, robuster
Nachteil: weniger weich, mehr Reibung, mehr Gewicht

Das “Durchstiegsseil” für harte Rotpunkt-Begehungen sollte einen geringeren Mantelanteil aufweisen. Dieses Seil für besondere Anlässe ist auf Performance ausgelegt: es ist leicht, geschmeidig und verursacht so wenig Reibung und Widerstand wie möglich. 


Frage 5: Zusätzlicher Schutz (Imprägnierung)?

Es gibt insgesamt 3 Stufen der Veredelung von Kletterseilen. 

Normal: Keine Veredelung. 
Ideal für die Halle da weder Schmutz noch scharfe Kanten eine Rolle spielen. 

Protect: Imprägnierter Mantel. 
Läuft das Seil häufig über scharfe Kanten verringert sich die Lebensdauer des Seils beträchtlich. Ein imprägnierter Mantel hilft nicht nur gegen Schmutz und Feuchtigkeit, sondern erhöhen auch die Abriebfestigkeit um ein Vielfaches. Ideal fürs Outdoor- Klettern.

Dry: Imprägnierter Mantel und Kern.
Ideal für Alpines Gelände – für Eisklettern ein Muss. Das Seil bleibt trocken und gefriert auch unter extremen Bedingungen nicht so schnell. 

Was macht Imprägnierung? 

Vorteil: es schützt vor Wasser und Schmutz und macht es dadurch langlebiger. 

Abriebfester: die Verschleißerscheinungen durch Abrieb sind bei einem “Dry” Kletterseil geringer, das macht das Seil wesentlich langlebiger. 

Nachteil: Preis

Rope abrasion Test Youtube:


Frage 7: Ein dynamisches oder statisches Kletterseil?

Beim Klettern werden grundsätzlich immer dynamische Kletterseile verwendet!

Ausnahme: 
Seile zum Abseilen oder Einrichten einer Route (Arbeitsseile).


DAS Trainingsgerät für mehr Fingerkraft!
Keine Frage – das Trainingsboard.
Wir haben getestet, und die BESTEN 4 findest Du auf unserem Hangboard TEST.

Hangboard Trainingsboard test

Welche Kletterseile gibt es?

Es gibt 3 Arten von Kletterseilen. Das meist verwendete Seil ist das Einfachseil. 

Einfachseil: 
Durchmesser: ca. 8,8 bis 11 mm

Das Einfachseil findet die häufigste Verwendung und ist das Seil zum Sportklettern und Hallenklettern. Sprich jene Formen des Kletterns mit relativ geradem Seilverlauf und Routenlänge von 30-40 Metern. Es handelt sich um robuste, langlebige und vergleichsweise schwere Seile. 

Halbseil: 
Durchmesser: 7,5 – 8,8 mm

Halbseile sind im Vergleich zu Einfachseilen dünner und es werden immer zwei Halbseile verwendet. Sie werden für Klettereien, in denen mehrere Seillängen überwunden werden müssen, wie beim Alpinklettern oder auf Mehrseillängen, verwendet. Sie werden aber auch für Gletscher- und Hochtouren sowie zum Tradklettern verwendet. 

Zwillingsseil: 
Durchmesser: ab 6,9 mm

Für Experten und extreme Touren. Zwillingsseile sind noch dünner und leichter als Halbseile und dürfen ausschließlich im Doppelstrang verwendet werden. Sie werden für extreme Fels,- Mixed,- oder Eisklettereien verwendet. 

Was macht ein gutes Kletterseil aus bzw. was macht den Preisunterschied aus?

Die Auswahl an geeigneten Materialien ist überschaubar, genauer gesagt haben alle Seilhersteller dieselben Rohstoffe zur Verfügung, und zwar die 5 Poly… (Polyäthylen, Polyamid, Polyester, Polyamid, Polypropylen). 

Das Geheimnis liegt in der Verarbeitung 
Nun gibt es Unterschiede im Herstellungsverfahren der Seile, sowie der Verarbeitung und Zusammensetzung der Materialien. Zusätzlich werden manche Kletterseile veredelt, das heißt sie werden mit einer Imprägnierung versehen oder einer spezielle Wärmebehandlungen unterzogen. Solche Seile sind oft robuster oder geschmeidiger in der Handhabung.

Kletterseile unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht:

  • Handling
  • Fangstoß
  • Seildehnung (statisch und dynamisch)
  • Anzahl der Normstürze
  • Abriebfestigkeit
  • Mantelanteil
  • Schutz bzw. Langlebigkeit 
  • Imprägnierung etc.

Kennst Du dieses komische Gefühl wenn Du mit “fremden” Expressen kletterst?
Irgendwie klettert jeder lieber mit seinen eigenen Exen. Wir haben die besten getestet – die 5 Gewinner stelle ich im aktuellen Expressen Test vor.

Expressschlingen klettern Test
Exen im Test

Was bedeutet die Sturzzahl?

Jedes Kletterseil muss einer bestimmte Anzahl von Normstürzen standhalten. Dabei handelt es sich um eine von der UIAA festgelegte Größe – so wird sichergestellt, dass alle Kletterseile auch ihren Zweck erfüllen. Ein Einfachseil muss mindestens 5 Normstürzen standhalten. 

Es handelt sich dabei um im Labor simulierte Stürze, die für das Kletterseil eine enorme Belastung darstellen. Normstürze sind nicht mit einem “normalen” Sturz in der Kletterhalle vergleichbar, die Kräfte, die auf das Seil wirken sind um ein Vielfaches größer (80 kg Fallmasse, Sturzfaktor 1,77, statisch gebremst über eine Kante mit einem Radius von 5 mm).

Die Normsturzzahl ist ein Indikator dafür, wie robust das Seil aufgebaut ist. Je höher die Zahl desto robuster und langlebiger ist das Seil – meist auch dicker. Die Zahl der Normstürze hat aber nichts damit zu tun wie oft Du in der Praxis tatsächlich in Dein Kletterseil stürzen kannst – Du musst also Dein Seil nicht nach 5 Stürzen austauschen, sondern kannst wesentlich öfter in das Kletterseil stürzen. 

Wie oft kann man in das Kletterseil stürzten?
Das ist so leider unmöglich zu beantworten, denn es kommt ganz drauf an wie die Stürze ausfallen. Außerdem ist das vom Körpergewicht und der Sturzhöhe abhängig, vor allem aber ob das Seil auf dem Fels aufliegt. Liegt das Seil beim Sturz auf spitzen Felsstrukturen oder reibt über scharfe Kanten, dann wirkt sich das ungünstig auf die Lebensdauer des Seils aus. 

Eine regelmäßige Kontrolle des Kletterseils auf Mantelschäden etc. ist unbedingt erforderlich. 


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Was bedeutet Fangstoß?

Der Fangstoß wird in kN (Kilonewton) angegeben – je höher der Fangstoß desto härter wirst Du im Fall eines Sturzes vom Kletterseil abgebremst. 

Auch hierfür gibt es eine Norm: der Fangstoß eines Einfachseils darf 12 kN nicht übersteigen. 

Hier liegt die wahre Genialität von Kletterseilen.
Ziel der Seilhersteller ist es den Fangstoß so gering wie möglich zu halten. Eine Aufgabe des Kletterseils ist es, Teil der Sturzenergie zu absorbieren – sowohl die wirkende Kraft auf den Kletterer als auch auf das Material (Bohrhacken, Standplatz, Sicherungskette etc.).  

Seildehnung ist gut, aber….
Der Fangstoß wir zum Großteil durch Seildehnung absorbiert. Das ist wunderbar aber – dehnt sich das Seil zu weit, besteht wiederum die Gefahr von Bodenstürzen. Um das zu verhindern gibt es eine weitere Norm – die Norm der Seildehnung (mehr dazu im nächsten Punkt).

Die Kunst ist es ein Kletterseil herzustellen, dass einen so geringen Fangstoß wie möglich aufweist, ohne sich dabei zu viel zu dehnen.

Was genau ist Seildehnung?

Die Seildehnung wird in % angegeben und besagt wie weit sich das Seil dehnt. Je höher die Zahl desto weiter dehnt sich das Seil im Fall eines Sturzes oder beim “reinsetzen” ins Seil. Eine hohe Seildehnung sorgt für weiche Stürze. 

Seildehnung Normvorgaben (Einfachseile)
Statische Dehnung – maximal 10 %
Dynamische Seildehnung – maximal 39 %

Eine hohe dynamische Seildehnung verringert zwar den Fangstoß aber erhöht auch das Risiko eines Bodensturzes. Gute Kletterseile sind so konstruiert, dass sie den Fangstoß auch ohne übermäßige Dehnung effektiv absorbieren.

Mittelmarkierung

Die Mitte des Seils muss unbedingt markiert sein und ist mittlerweile bei fast allen modernen Seilen standard. 

  1. Die Markierung in der Mitte gibt dem Sichernden Hinweis darüber, ob der Kletterer über die Seillänge hinausgeklettert ist. In diesem Fall wird das Seil nicht zum Herablassen reichen – das ist gut zu wissen, um entsprechend zu reagieren. 
  2. Außerdem hilft die Mittelmarkierung beim Abseilen, so kann einfach von der Mittelmarkierung aus abgeseilt werden. 
  3. Auch beim Aufnehmen des Seils kann die Markierung als Anhaltspunkt nützlich sein. 

Der Unterschied – Einfachseil vs. Halbseil

Halbseile haben im alpinen Gelände klare Vorteile. Einfachseile dominieren dafür in der Kletterhalle und im Klettergarten.

Im Gegensatz zu Einfachseilen müssen bei Halbseilen immer 2 Seile verwendet werden. Diese können entweder im Doppelstrang oder in der Halbseiltechnik verwendet werden. Das bietet im alpinen Gelände gleich mehrere Vorteile.

Vorteile Halbseile

1. Sicherheitsreserve.
Durch Steinschlag oder scharfe Kanten kann das Seil beschädigt werden. Wer mit Halbseilen unterwegs ist hat zwei Seile und somit zusätzliche Sicherheit.

2. Reduzierte Seilreibung.
Durch die Halbseiltechnik wird die Seilreibung erheblich reduziert. Dabei werden rechts liegende Zwischensicherungen vom rechten Seil und links liegende Sicherungen vom linken Seil eingehängt. 

3. Abseilen.
Wer mit 60 m Halbseilen unterwegs ist, kann die Seile verknoten und sich 60 m abseilen. Mit einem 60 Einfachseil sind maximal 30 m Abseilen möglich. Halbseile sparen dadurch extrem viel Zeit beim Abseilen, was nicht nur im Notfall ein großer Vorteil ist. 

4. Klettern in Dreierseilschaft möglich.
1 Vorsteiger kann 2 Nachsteiger versetzt oder gleichzeitig sichern. 

5. Gewichtsersparnis auf Hochtouren oder Gletschertouren.
Dort reicht 1 Strang Halbseil zur Sicherung aus. 

Für alle unter Euch die lediglich Sportklettern oder einfache Mehrseillängen bestreiten (ohne abzuseilen), ist immer das Einfachseil die bessere Wahl. Wer mehr im alpinen Gelände und auf anspruchsvollen Mehrseillängen unterwegs ist, der ist mit einem Halbseil besser bedient. 

Verdiente Erfrischung nach dem Seiltest.

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