Sicheringsgeräte Test Klettern

Sicherungsgeräte – Klettern TEST 2020 | 4 klare Testsieger

Wir haben 13 der beliebtesten Sicherungsgeräte getestet und sie nach 6 Testkriterien bewertet. Es gab diesmal keine Überraschungen – alle Testsieger waren eindeutig. 


Sicherungsgeräte Test – kurz zusammengefasst

  • Halbautomatische Sicherungsgeräte eignen sich aufgrund der zusätzlichen Blockierunterstützung besser zum Sportklettern.
  • Es gibt 2 Arten von Halbautomaten: 
    a.) Halbautomaten deren Bremsfunktion unabhängig von der Bremshandposition sind. (z.B. GriGri)
    b.) Halbautomaten deren Bremsfunktion abhängig von der Bremshandposition sind (auch Autotuber genannt – z.B. Smart). 
  • Dynamische Geräte (Tuber) werden vor allem im alpinen Gelände und bei großen Gewichtsunterschieden verwendet. 
  • Halbautomatische Sicherungsgeräte bieten eine zusätzliche Sicherheitsreserve – Sind aber in der Bedienung etwas komplexer.

Die 4 Besten Sicherungsgeräte

Jedes Sicherungsgerät setzt ein genaues Verständnis der Bedienung und ein detailliertes Sicherungstraining voraus

Sicherungsgeräte im Test – Die 4 Gewinner


Bestes Sicherungsgerät – Sportklettern

GriGri von Petzl 

GriGri Sicherungsgerät test

  • Das beliebteste Sicherungsgerät zum Sportklettern – weltweit.
  • Das GriGri von Petzl ist der Sportkletter-Standard. Und das sich daran nicht so schnell was ändern wird, beweist auch unser Test.
  • Hat man die Bedienung erstmal gemeistert, ist das GriGri das beste Sicherungsgerät für Sportkletterer.

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Bestes Sicherungsgerät für Anfänger

ATC Pilot – Black Diamond

bestes Sicherungsgerät anfänger

  • Der ATC-Pilot ist aufgrund der intuitiven und einfachen Bedienung unsere Empfehlung. 
  • Das richtige Handling ist speziell für Anfänger schnell und sicher zu erlernen. 
  • Seil ausgeben – funktioniert flüssig. 
  • Das Ablassen lässt sich besser dosieren als bei vielen anderen Geräten. 
  • Durch die Blockierunterstützung hilft das Gerät beim Abfangen eines Sturzes.

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Bestes Sicherungsgerät Alpin & Mehrseillängen

GigaJul von Edelrid

edelrid-giga-jul-sicherungsgeraet-test

  • Edelrid hat mit dem GigaJul ein extrem vielseitiges Sicherungsgerät auf den Markt gebracht.
  • Es kann sowohl als dynamisches Sicherungsgerät (Tube) als auch als Gerät mit Blockierunterstützung (Autotube) verwendet werden.
  • Ein Sicherungsgerät das alles kann – der perfekte Allrounder für Alpinisten

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Bester Tuber

ATC-Guide – Black Diamond

ATC-Black Diamond Tube

  • Der Klassiker unter den Tubern.
  • Ein günstiges, leichtes und unkompliziertes Sicherungsgerät das vor allem für den Einsatz im alpinen Gelände gemacht ist.
  • Wer einen einfachen Tube für Mehrseillängen oder zum Abseilen sucht wird mit dem ATC-Guide garantiert zufrieden sein.   

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6 Testkriterien

Was macht ein gutes Sicherungsgerät aus?

1. Blockierunterstützung 
Wie gut blockiert das Gerät bei einem Sturz. Wir unterscheiden hier zwischen “harten” (ruckartigen) und “weichen” (langsames “Reinsetzen” ohne Ruck) Stürzen. Manche Geräte blockieren gut bei harten Stürzen, haben aber Schwächen bei weichen Stürzen (zB. Toprope oder hoher Seilreibung). 

2. Sicherheitsreserve 
Wie groß ist der Sicherheitspuffer bei fehlerhaften Sicherungsverhalten? Wie wirkt sich eine Verletzung des Bremshandprinzips (Bremsseil wird immer festgehalten) auf die Sicherheit aus? Geräte wie das GriGri und das Matik haben eine größere Reserve als ein Reverso oder ein Click Up.  

3. Bedienung Seil ausgeben
Wie schnell und einfach kann Seil ausgegeben werden. Wird ein Kletterer im Vorstieg gesichert, muss immer wieder schnell Seil ausgegeben werden. Dabei darf das Bremsseil niemals vernachlässigt werden (Bremshandprinzip). Unsere Tests haben deutlich gezeigt, dass die Geräte in Sachen Bedienung und Handling hier große Unterschiede aufweisen. 

4. Bedienung Ablassen
Wie gut lässt sich die Ablassgeschwindigkeit dosieren und kontrollieren – auch für Anfänger?
Eine relativ häufige Unfallursache ist ein zu schnelles und unkontrolliertes Ablassen. Erfreulicherweise haben viele Hersteller darauf reagiert und bringen immer wieder verbesserte Modelle auf den Markt.

5. Handhabung insgesamt
– Wie liegt das Gerät in der Hand?
– Wie intuitiv und einfach ist das Gerät zu bedienen?
– Wie Fehleranfällig ist die Handhabung?

6. Karabiner & Seil – Kompartibilität 
Wie vielseitig ist das Sicherungsgerät bezüglich Seildurchmesser und Karabiner. Manche Geräte wie z.B. das Matik von Camp kommen nur mit relativ dünnen Seilen gut zurecht. Andere Sicherungsgeräte erfordern einen eigenen Karabiner. Je flexibler und vielseitiger, desto besser.  


Testsieger im Detail


Bestes Sicherungsgerät – Sportklettern 

GriGri – Petzl  

GriGri Sicherungsgerät test

Blockiermechanismus
95%
Sicherheitsreserve
94%
Seil ausgeben
90%
Ablassen
93%
Handling gesamt
95%

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  • Bremskraftunterstützung 
  • Große Sicherheitsreserve
  • Gutes Handling
  • Für Seile von 8,5 – 11mm
  • Komplexer Bewegungsablauf (Gaswerkmethode)

Kurzinfo:
Typ: Halbautomat (Bremshandpositions-Unabhängig)
Gewicht: 175 g
Geeignet für: Alle Einfachseile
Seil-Durchmesser: 8,5 bis 11 mm 
Einsatzbereich: Sportklettern Indoor/Outdoor

Sicherungsgerät Test GriGri1
GriGri

Aktuell bestes Sicherungsgerät zum Sportklettern.

Es wurden verschiedenste Sicherungsgeräte getestet und das GriGri ist jenes Gerät, an dem sich alle anderen messen mussten. Wir haben wirklich versucht ein besseres Sicherungsgerät zu finden, einige sind relativ nah dran – aber keines hat es geschafft das GriGri vom unangefochtenen Platz 1 (in der Kategorie Sportkletttern) zu verdrängen. 

Sicherungsgerät Test GriGri5
GriGri – klare Empfehlung.

(Es sei hier kurz erwähnt, dass ich nicht von Petzl gesponsert werde ich habe alle Geräte selbst gekauft und getestet – kein Sicherungsgerät ist perfekt, aber das GriGri ist  aktuell einfach das beste Gerät auf dem Markt – für Sportkletterer.)

Sicherheitsreserve 
Große Sicherheitsreserve – Die Bremshandposition spielt keine Rolle – das Gerät blockiert auch wenn sich die Hand weit oberhalb der Gerätelinie befindet.

Bedienung Seil ausgeben
Im Vergleich zu anderen Halbautomaten (z.B. Matik, Vergo ) ist das GriGri flüssiger und intuitiver zu bedienen. Das Erlernen der Gaswerkmethode (schnelles Seilausgeben) bedarf einiger Übung – hat man den Dreh raus, funktioniert das Seil-Ausgeben sehr gut. 

Sicherungsgerät Test GriGri4
Gaswerkmethode – schnelles Seil ausgeben.

Bei der Gaswerkmethode wird der Bremsmechanismus vom Sichernden aktiv blockiert, falsche Bedienung kann gefährlich werden. 

Bedienung Ablassen
Alle neuen GriGri Modelle sind was die gleichmäßige Dosierung beim Ablassen betrifft, nochmal merklich besser geworden. Für Anfänger ist das GriGri + die beste Wahl, da es beim Ablassen eine zusätzliche Sicherheitsfunktion besitzt (Anti-Panik-Hebel).

Sicherungsgerät Test GriGri3
GriGri – Hebel zum Ablassen

Handhabung insgesamt
Wie jedes andere Sicherungsgerät auch, bedarf es einer gründlichen Einschulung – sind die Bewegungsabläufe erstmal automatisiert ist das Handling ausgezeichnet.  

Karabiner & Seil – Kompartibilität 
Für alle genormten Verschluss-Karabiner geeignet. Mein Tipp der Belaymaster von DMM – bietet ein zusätzliches Plus an Sicherheit. 
Es passen so gut wie alle Einfachseile in das GriGri (8,5 – 11mm)


Das GriGri mit einem extra an Sicherheit: GriGri +

petzl-grigri+-sicherungsgeraet
GriGri +

Anti-Panik-Hebel
Ich habe bereits mehrmals Anfänger unterrichtet und es stimmt – beim Ablassen mit dem GriGri kann eine Panikreaktion zu einem Bodensturz führen. Petzl hat reagiert und einen Anti-Panik-Hebel eingebaut.

Erfahrene Kletterer können gut und gerne darauf verzichten, aber für jene mit wenig Sicherungserfahrung macht der Hebel durchaus Sinn. 

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Funktioniert wie das GriGri, bietet aber zusätzliche Sicherheit beim Ablassen und Toprope-Klettern.

Toprope Funktion
Die zusätzliche Toprope-Funktion reagiert noch sensibler auf „weiche“ Stürze und bietet damit ein weiteres Sicherheits-Plus. Dieses Plus an Sicherheit kostet etwas mehr, ist aber vor allem für Einsteiger eine sinnvolle Investition.

GriGri + bestes Sicherungsgerät klettern1
Rechts das GriGri+ mit Toprope-Funktion.

Richtig Sichern mit dem GriGri


Bestes Sicherungsgerät für Anfänger 

ATC Pilot – Black Diamond

bestes Sicherungsgerät für anfänger

Blockiermechanismus
89%
Sicherheitsreserve
89%
Seil ausgeben
94%
Ablassen
92%
Handling gesamt
93%

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  • Einfache & intuitive Bedienung
  • Ideal für Anfänger
  • Gutes Handling
  • Robust und lange Haltbarkeit
  • Nicht zum Abseilen geeignet

Kurzinfo
Typ: Autotube (Bremshandpositions-abhängig) 
Gewicht: 86 g
Geeignet für: Alle Einfachseile
Seil-Durchmesser: 8,7 bis 10,5 mm 
Einsatzbereich: Sportklettern Indoor/Outdoor

bestes Sicherungsgerät anfänger
ATC-Pilot

Als erstes Sicherungsgerät und um das Sicheren zu erlernen, sind Autotuber wie der ATC-Pilot ideal.

Alle Autotuber im Test funktionieren ähnlich und dementsprechend knapp war das Rennen um den Testsieg in dieser Kategorie. Der ATC-Pilot erfüllt seine Aufgabe sehr gut und schneidet in der Kategorie “Handhabung gesamt” einen Tick besser ab als die Konkurrenz. 

ATC-Pilot – einfache Bedienung.

Seil ausgeben funktioniert mit diesem Sicherungsgerät einfach und flüssig. Die vergleichsweise kurze “Nase” macht die Bedienung etwas angenehmer als das z.B. beim Smart der Fall war. 

Beim Ablassen liegt der ATC-Pilot gut in der Hand und die Geschwindigkeit lässt sich mit einem leichten Kippen des Gerätes angenehm dosieren. Auch tun sich Einsteiger intuitiv etwas leichter als mit andern Autotubern.  

  • Einfache und schnell zu erlernende Bedienung.
  • Gründliche Ausbildung des Bremshandprinzips.
  • Etwas günstiger als das GriGri.

Egal welcher Autotuber verwendet wird, sie sind funktionieren nur dann, wenn sich die Bremshand an der richtigen Position befindet (Bremshandprinzip). Die Verwendung eines Autotubers zwingt den Sichernden also dazu, das so wichtige Bremshandprinzip, richtig zu erlernen.  

Der ATC-Pilot funktioniert (wie die meisten Autotuber) dann am besten, wenn er mit dem passenden Karabiner verwendet wird. Es empfiehlt sich also das Gerät im Set zu kaufen. 

Der Pilot ist nicht für das Sichern in Mehrseillängen ausgelegt, er eignet sich ausschließlich zum Sportklettern. Wer ein All-in-One Gerät sucht ist mit dem Megajul oder dem Gigajul besser bedient.


Bestes Sicherungsgerät zum Erlernen des Bremshandprinzips:

Das Bremshandprinzip (eine Hand immer am Bremsseil) lässt sich am besten mit einem dynamischen Sicherungsgerät (Tube) erlernen. Warum? 

  • Weil der Lernende, sollte das Bremshandprinzip missachtet werden, ein direktes Feedback erhält.
  • Die Konsequenzen eines Fehlers werden offensichtlich, dieses Feedback führt zu einem besseren Verständnis der Sicherungstechnik und im Endeffekt zu besseren Sichernden.
  • Die richtige Technik sollt unbedingt unter professioneller Anleitung erlernt werden.

Wenn Du Dir nur ein Sicherungsgerät (Sportklettern) kaufen möchtest, dann würde ich Dir immer das GriGri empfehlen, aber – wenn Du die Möglichkeit hast, dann trainiere Deine Sicherungstechnik auch an einem Tuber wie z.B. ATC Guide.


Bestes Sicherungsgerät – Alpin & Mehrseillängen 

Gigajul – Edelrid 

edelrid-giga-jul-sicherungsgeraet-test

Blockiermechanismus
89%
Sicherheitsreserve
89%
Seil ausgeben
93%
Ablassen
93%
Handling gesamt
92%

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  • Extrem Vielseitig 
  • Stahleinsätze für lange Lebensdauer
  • Gutes Handling
  • Etwas schwerer als gewöhnliche Tuber

Kurzinfo: 
Typ: Tube + Autotube 
Gewicht: 121 g
Geeignet für: Alle Seiltypen (Einfach-,Zwilling-,Halbseil)
Seil-Durchmesser: 7,1 bis 10 mm 
Einsatzbereich: Sportklettern, Alpin & Mehrseillängen
Extra: Umschaltmechanismus zwischen Tube und Autotube

Sicherungsgerät Mehrseillänge
Gigajul

Das wahrscheinlich vielseitigste Sicherungsgerät auf dieser Erde – Edelrid landet einen Volltreffer. 

  • Das Gigajul kann alles was ein herkömmlicher Tuber auch kann. 
  • Zusätzlich kann das Gigajul auch noch alles was ein herkömmlicher Autotuber kann. 
Gigajul sicherungsgerät test
Autotube & Tube in einem Gerät.

Ob Nachsichern am Standplatz, gerätedynamisches Sichern, Abseilen am Doppelstrang oder bremskraftunterstütztes Sichern in Sportkletterrouten – Das Gigajul kommt mit allem nicht nur gut sondern sehr gut zurecht. 

Sicherungsgerät Mehrseillänge1
Test – Blockiermechanismus

 

Jene Punkte die mit dem Seil in Berührung kommen sind mit Stahl verstärkt, was dieses Sicherungsgerät deutlich länger haltbar macht als herkömmliche Tubes.

Natürlich wiegt GigaJul dafür auch etwas mehr, der Gewichtsunterschied hält sich aber in Grenzen. 
– Gigajul: 121 g 
– ATC-Guide: 80 g

Das GigaJul ist nicht mit allen HMS-Karabinern kompatibel.
Am besten den passenden Edelrid Karabiner dazukaufen – Edelrid empfiehlt die HMS Strike Modelle, welche mit einem integrierten Drahtbügel zum Schutz gegen Verdrehen ausgestattet sind. 

Sicherungsgerät Mehrseillänge2
Gigajul – Ablassen im Autotuber-Modus.

Ein Sicherungsgerät für alle Spielformen des Kletterns – Das GigaJul ist der beste Allrounder und kann überall eingesetzt werden.  


Bester Tube

ATC Guide – Black Diamond 

ATC-Black Diamond Tube

Seil ausgeben
93%
Ablassen
90%
Handling gesamt
91%

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  • Leicht 
  • Günstig
  • Zweckmäßig 
  • Keine Blockierunterstützung
  • Nicht zum Sportklettern empfohlen

Kurzinfo: 
Typ: Tube 
Gewicht: 80 g
Geeignet für: Alle Seiltypen (Einfach-,Zwilling-,Halbseil)
Seil-Durchmesser: 8,1 bis 11 mm 
Einsatzbereich: Alpinklettern, Mehrseillängen, Bigwall, Allround 

Wer einen klassischen Tube ohne Autotube-Funktion sucht, der ist mit dem ATC-Guide von Black Diamond am besten bedient.

Das wohl beliebteste dynamische Sicherungsgerät hat sein Haupteinsatzgebiet im alpinen Gelände und auf Mehrseillängen. Der ATC ist leicht, unkompliziert und macht das was er soll hervorragend. 

Das Gerät blockiert nicht automatisch (keine Blockierunterstützung) – das Seil muss zu jeder Zeit aktiv festgehalten, und in der richtigen Position gehalten werden. Dieses Gerät wird daher nicht zum Sportklettern empfohlen


Andere Sicherungsgeräte im Test


Hier möchten ich kurz auf ein paar der getesteten Modelle eingehen und vor allem warum sie es nicht auf Platz 1 geschafft haben

Matik von Camp
Schwachpunkt Pistolengriff (schnelles Seilausgeben) das Bremsseil wird nicht mit allen Fingern umschlossen. Im Vergleich die Gaswerkmethode beim GriGri: Alle Finger der Bremshand umschließen das Seil. Schön verarbeitet aber recht teuer.

Sicherungsgeräte test matik
Matik – Schwachpunkt schnelles Seil ausgeben.

Revo von Wild Country
Ganz interessantes und innovatives Gerät. Hält den Vergleich zum Testsieger (GriGri) aber nicht stand: teurer, schwerer und nicht so vielseitig. Gut geeignet um das Bremshandprinzip zu erlernen bzw. zu unterichten.

Sicherungsgeräte test revo
Revo – Innovativ aber teuer.

Lifeguard von Madrock
Von der Idee her eine Kopie des GriGris die Meiner Meinung nach nicht ganz gelungen ist. Das Gerät ist zwar kleiner und leichter – aber vor allem schnelles Seilausgeben funktionert deutlich schlechter als beim GriGri.

madrock sicherungsgerät test
Lifegurad – Schwachpunkt – schnelles Seil ausgeben.

ClickUp von Climbing Technology
Defizite beim Ablassen und eine geringere Sicherheitsreserve als das GriGri. Funktioniert nur mit eigenem Karabiner! Das Handling insgesamt ist beim GriGri besser.

Click up Test
ClickUp – Geringere Sicherheitsreserve als das GriGri.

MegaJul von Edelrid
Ganz nett, aber das GigaJul (Testsieger) bekommt bessere Noten im Handling und ist dazu noch vielseitiger einsetzbar. Dafür ist das etwas Megajul günstiger.

Das Megajul von Edelrid.

Smart von Mammut
Kleinere Sicherheitsreserve als das GriGri und Abzüge in der Bedienung, vor allem in der Kategorie Handling insgesamt. Wird es mit dem Smarter (zusätzlicher Aufsatz) ausgestattet, verbessert sich zwar die Sicherheitsreserve, aber im “Handling gesamt” bleibt das Smart hinter dem GriGri. 

Sicherungsgerät Mammut test
Smart & Smarter im Test.

Reverso von Petzl
Auch ein sehr gutes dynamisches Sicherungsgeärt (Tube). Das Handling und die Lebensdauer des ATC-Guide von Black Diamond sind etwas besser.

Reverso Petzl test
Reverso von Petzl.

Welche Sicherungsgeräte gibt es?

Und wofür werden sie verwendet?

Sicherungsgeräte werden grob in dynamische und halbautomatische Sicherungsgeräte unterteilt. Halbautomatische werden dann nochmal unterteilt, aber dazu weiter unten mehr. 

Dynamische Sicherungsgeräte (Tuber) 

Sicherungsgerät Tube

Dynamische Sicherungsgeräte werden heute hauptsächlich im alpinen Gelände und bei extremen Gewichtsunterschieden angewendet. 

Zu den dynamischen Sicherungsgeräten zählen: 

  • Achter (heute kaum noch zu sehen)
  • Tube (das am häufigsten anzutreffende dynamische Sicherungsgerät)

Vorteile: 
– Dynamisches Sichern auch ohne Körperbewegung möglich – gerätedynamisches Sichern (z.B. Standplatz Mehrseillänge).
– Dynamisches Sichern auch bei hohen Gewichtsunterschied möglich
– Günstig
– Kann (je nach Modell) auch zum Abseilen verwendet werden

Nachteile:
– Keine Blockierunterstützung 
– Keine Sicherheitsreserve 


Tube – Vorteile auf Mehrseillängen

Mit dynamischen Sicherungsgeräten wie beispielsweise dem Tube, kann gerätedynamisch gesichert werden, ohne dabei den Körper aktiv bewegen zu müssen.

Die Sturzenergie (Fangstoß) wird dabei nicht abrupt und “hart”, sondern mit Hilfe des Sicherungsgerätes (gerätedynamisches Sichern) kontrolliert verteilt und weich abgefangen. Das hat vor allem im alpinen Gelände, wenn “hängend” von einem Standplatz aus gesichert wird, enorme Vorteile. 

(Auf die Details des dynamischen Sicherns gehe ich weiter unten noch genauer ein.)


Tube – Vorteile bei hohem Gewichtsunterschied (leichter Kletterer – schwerer Sichernder)

Mit dynamischen Sicherungsgeräten können Gewichtsunterschiede ausgeglichen werden. Ein Beispiel wäre ein Vater der sein 12 jähriges Kind sichert.  

Ist der Kletternde deutlich leichter als der Sichernde, reicht die Sturzenergie oft nicht aus, um dem Kletternden (auch bei aktiver Körperbewegung) “entgegenzukommen” – ohne gerätedynamische Sicherung wäre ein harter und womöglich gefährliche Sturz die unweigerliche Folge.


Tube – Nachteil Sicherheitsreserve

Dynamische Sicherungsgeräte haben den großen Nachteil, dass sie keine Sicherheitsreserve bieten. Das heißt, wenn der Sichernde einen Fehler macht oder verletzt wird (z.B. Steinschlag), verbleibt der Kletternde quasi ungesichert. Das festhalten des Bremsseils sowie die richtige Position der Bremshand sind zu jeder Zeit erforderlich. 

Sicherheitsreserve bei Sicherungsgeräten
1.
Welchen Einfluss hat die Bremshandposition auf die Blockierunterstützung? Blockiert das Gerät unabhängig von der Bremshandposition (Halbautomat) spricht das für eine größere Sicherheitsreserve.

2. Was passiert  im Sturzfall, wenn die Bremshand nicht am Seil ist? Zum Beispiel: Bei einem Tube würde das Seil durchlaufen (keine Sicherheitsreserve), bei einem GriGri würde das Seil dennoch blockieren (große Reserve. 


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Halbautomatische Sicherungsgeräte

Sie bieten sowohl Blockierunterstützung als auch eine gerätespezifische mehr oder weniger große Sicherheitsreserve. Halbautomatische Sicherungsgeräte bieten zusätzliche Sicherheit und lassen sich in 2 Kategorien einteilen: 

1. AUTOTUBER 

Autotuber test

Bremshandpositions-Abhängige Halbautomaten
(
EN 15151­2 „Manuelle Bremsgeräte“) 
Beispiele: Jul, Smart, Click-Up

Autotuber erzeugen im Falle eines Sturzes eine starke Reibung – das Seil blockiert, und kann nicht mehr durchlaufen. Dadurch ist das Halten eines Sturzes weniger von der eigenen Handkraft abhängig. Autotuber bieten eine deutlich höhere Sicherheitsreserve als die klassischen Tuber.

Die Position der Bremshand wirkt sich auf die Bremswirkung aus. 

  • Befindet sich die Bremshand an der richtigen Position blockiert der Autotuber das Seil automatisch.  
  • Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Tube blockiert das Gerät vollständig.  
  • Die Bremswirkung erfolgt bereits ab einem Winkel von 10 – 45 Grad. Im Vergleich:  Beim Tuber ist ein 90 Grad Winkel zwischen Brems- und Führungsseil erforderlich, um die gewünschte Bremswirkung zu erzielen.

Vorteile: 
– Blockierunterstützung gleicht mögliche Sicherungsfehler aus.
– Relativ günstig.

Nachteile: 
– Manche Geräte funktionieren nur mit dem dazu passenden Karabiner.
– Blockierunterstützung ist abhängig von der Position der Bremshand.  

Dynamisch Sichern
Aufgrund der Blockierunterstützung können halbautomatische Sicherungsgeräte nur körperdynamisch gesichert werden – kein gerätedynamisches Sichern möglich.  

2. HALBAUTOMATEN 

Halbautomatische Sicherungsgeräte test

Bremshandpositions-Unabhängige Halbautomaten
(
EN 15151­1 „Brems­geräte mit manuell unterstützter Verriege­lung“)
Umgangssprachlich als HALBAUTOMATEN bezeichnet. 
Beispiele: GriGri, Matik

Blockiermechanismus: Im Sturzfall wird das Seil im inneren des Gerätes eingeklemmt und blockiert. 

Die Position der Bremshand wirkt sich nicht auf die Bremswirkung aus. 

  • Bei richtiger Bedienung blockiert das Gerät vollständig – unabhängig von der Bremshand. 
  • Gleicht viele Sicherungsfehler aus.

Vorteile:
– Blockiert unabhängig von der Bremshandposition 
– größte Sicherheitsreserve aller Sicherungsgeräte
– Karabiner unabhängig 
– Die beste Wahl zum Sportklettern

Nachteile:
-Die Geräte sind meist etwas teurer und die komplexen Bewegungsabläufe erfordern detailliertes üben.


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Unterschied zwischen Halbautomaten und Autotuber

1. Bremshandposition

  • Halbautomaten – blockieren unabhängig von der Bremshandposition.
  • Autotube – damit das Gerät blockiert, ist ein richtiges positionieren der Bremshand erforderlich. 

2. Verletzung des Bremshandprinzips (Festhalten des Bremsseils)

  • Halbautomaten – große Sicherheitsreserve
    (Ein Festhalten des Bremsseils ist trotzdem IMMER erforderlich) 
  • Autotube – kleine Sicherheitsreserve (Gerät blockiert nur wenn die Bremshand das Seil in der richtigen Position festhält)

3. Blockiermechanismus

  • Halbautomaten –   das Seil wird im inneren des Gerätes eingeklemmt.
  • Autotube – das Seil wird zwischen Karabiner und Sicherungsgerät abgeklemmt. 

4. Seilverlauf

  • Halbautomaten – das Seil verläuft nur durch das Gerät, es hat keinen Kontakt zum Karabiner. Es ist weder ein spezieller Karabiner notwendig noch treten am Karabiner Verschleißerscheinungen auf. 
  • Autotube: Seil verläuft zwischen Gerät und Karabiner. Bei manchen Geräten sind spezielle Karabiner notwendig, um die optimale Funktionsweise zu garantieren. Das Seil läuft über den Karabiner und führt zu Verschleißerscheinungen. 

Bremshandprinzip gilt für ALLE Sicherungsgeärte

Eine Hand ist IMMER am Bremsseil – oder anders ausgedrückt: Bremsseil IMMER festhalten. 

Bremshand
Gilt für ALLE Sicherungsgeräte

Alle Sicherungsgeräte funktionieren nur zuverlässig, wenn das Bremsseil festgehalten wird. Die Bremshand bleibt daher während des Sicherns zu 100 % am Bremsseil. Beim “Seilausgeben” bzw. “Seileinziehen” bildet die Hand einen Tunnel (Tunnelgriff), so hast Du das Seil immer in der Hand und kannst bei Bedarf schnell zupacken.  

Karabinerabhängikeit von Sicherungsgeärten

Bei Autotubern verläuft das Seil zwischen Karabiner und Sicherungsgerät. Bei einigen Sicherungsgeräten ist eine optimale Funktionsweise nur dann gegeben, wenn der entsprechende Karabiner verwendet wird. 

Die jeweiligen Hersteller verkaufen die Sicherungsgeräte daher nur im Set (Sicherungsgerät + Karabiner). Sicherungsgerät und Karabiner sollten daher immer nur in der vorgesehenen Kombination verwendet werden. (Click-Up, Ergo)


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Kletterhosen Bouderhosen im test
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Dynamisch Sichern mit halbautomatischen Sicherungsgeräten

Stürze so schonend und ungefährlich wie möglich zu sichern, das muss der Anspruch eines jeden Sichernden sein.

Der Grund für dynamisches Sichern besteht hauptsächlich darin, die Sturzenergie bzw. den Fangstoß der auf den Kletterer wirkt abzuschwächen. Wird nicht dynamisch gesichert knallt der Kletternde “hart” gegen die Wand – was zu ernsthaften Verletzungen führen kann.

(Nebenbei wird durch die abgeschwächten Belastungsspitzen auch noch das Material (Seil) geschont und die Belastung auf die jeweilige Zwischensicherung (Bohrhaken) vermindert.) 

Dynamisch vs. statisch

a.) Dynamisch Sichern

Der Sichernde bewegte sich genau in jenem Moment, indem das Seil auf Spannung geht, in Richtung des Stürzenden und verteilt somit die Sturzenergie und schwächt so den Fangstoß bzw. den Aufprall deutlich ab. Der Sturz ist weich und kein Problem. 

b.) Statisch Sichern

Der Sichernde bewegt sich nicht oder er bewegt sich wie häufig zu sehen ist, reflexartig sogar in die entgegengesetzte Richtung um den Sturz zu verkürzen. Die Sturzenergie wird nicht verteilt und der Kletterer prallt ungebremst gegen die Wand. 

Dynamisches Sichern ist in der Theorie relativ leicht und schnell verständlich. Aber es ist nicht möglich die komplexen Bewegungsabläufe des dynamischen Sicherns innerhalb von ein paar Tagen zu erlernen – lebenslanges und regelmäßiges Training sind unbedingt erforderlich. Unter regelmäßig verstehe ich, ein kurzes Sturz- und Sicherungstraining in den Kletteralltag einzubauen.


Gerätedynamisch vs. Körperdynamisch Sichern

Gerätedynamisch

Gerätedynamisches Sichern ist nur mit dynamischen Sicherungsgeräten (Tube) möglich. Das heißt, die Sturzenergie kann allein durch die richtige Bedienung des Sicherungsgerätes abgeschwächt bzw. verteilt werden.

Dabei lässt der Sichernde kontrolliert Seil durch das Gerät durchlaufen, um so den Fangstoß und den möglichen Aufprall gegen die Wand abzuschwächen. 

Wann wird gerätedynamisch gesichert?

  • Bei großen Gewichtsunterschieden bzw. sehr leichten Kletterern (Kinder) führt  eine Kombination aus geräte- und körperdynamischer Sicherung zu den besten Resultaten. 
  • Auch im alpinen Gelände und auf Mehrseillängen wird aufgrund der Gegebenheiten gerätedynamisch gesichert. 
  • Bei Kletterrouten mit hoher Seilreibung
  • Wenn am Wandfuß aufgrund von Platzmangel oder Geländeformen kein körperdynamisches Sichern möglich ist (z.B. unterhalb eines Daches).

Körperdynamisch

Halbautomaten müssen körperdynamisch gesichert werden – die Blockierfunktion lässt kein gerätedynamisches Sichern zu.

Um körperdynamisch zu sichern, bewegt sich der Sichernde aktiv in Richtung Wand. So wird die Sturzenergie verteilt und der Fangstoß reduziert. 

Dieser komplexe Bewegungsablauf muss erlernt und in Form eines Sturztrainings regelmäßig trainiert werden. Die Erfolge, die durch ein systematisches Sturztraining (Anleitung) erzielt werden sind erstaunlich. Ich rate jedem dazu, sich mit seinem Sicherungspartner hinzusetzen und die Umsetzung eines Sturztrainings zu planen.  

Interessanter Artikel aus dem DAV Panorama 5/2015 zum Thema Sicherungsgeräte.


Welches Sicherungsgerät ist das beste für Anfänger (Sportklettern)

Alpenvereine (Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien) empfehlen halbautomatische Sicherungsgeräte zum Sportklettern. Also stellt sich nur noch die Frage welchen Halbautomaten:

  • Für mich persönlich ist das ein ganz klarer Fall:  das GriGri+ von Petzl. Das Erlernen der Bedienung ist zwar komplexer und dauert womöglich etwas länger, die zusätzliche Sicherheitsreserve spricht aber für das GriGri.
  • Andere empfehlen Autotuber, weil diese speziell für Anfänger etwas leichter zu bedienen sind.

Am Ende ist es egal welches halbautomatische Sicherungsgerät Du verwendest – Wichtig ist immer das Du die Bedienung des jeweiligen Gerätes zu 100 % beherrschst.


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