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Boulderschuhe kaufen – Test der 6 besten Modelle + 15 Tipps

Du willst einen Boulderschuh kaufen und bist nicht ganz sicher worauf es ankommt? Hier lernst Du nützliche Tipps und Hinweise um den perfekten Boulderschuh zu finden.

Was macht einen guten Boulderschuh aus?

Ein Boulderschuh ermöglicht es auf schier unmöglichen Tritten trotzdem Halt zu finden. Moderne Boulderschuhe sind High-Tech und das Resultat aus jahrelanger Entwicklung. Für Boulderer ist die ganze Sache ziemlich einfach: entweder Du liebst Deinen Schuh oder es ist einfach nicht der Richtige. 

Kriterien für den perfekten Boulderschuh

Der Schuh ist für den Boulderer der wichtigste Ausrüstungsgegenstand. Denn ohne die passenden Schuhe, kommst Du beim Bouldern sehr schnell an die Grenzen.

Beim Kauf solltest Du auf folgende Kriterien achten:

1. Enge Passform (Verschlusssysteme)
2. Super Reibung bzw. Grip (Gummi)
3. Material – Leder, Synthetik oder beides?
4. Ideale Form – Ermöglicht stehen auf kleinsten Tritten (Vorspannung, Downturn, Asymmetrie)
5. Enger Fersensitz (Heelhook)
6. Stabilität und Flexibilität (harte vs. weiche Sohle)
7. Perfekte Verarbeitung (Voraussetzung für den perfekten Boulderschuh)

Boulderschuhe Test – Unsere Top 6


1. Scarpa Instinkt
Der Alleskönner

scarpa-kletterschuh
  • Mit dem Instinkt VSR findest Du auch auf kleinen Tritten guten Halt.
  • Die Ferse sitzt perfekt – Hooks gelingen mit dem Schuh ohne Probleme.
  • Der Instinkt ist mit einer extra Gummierung an der Zehenbox und mit einer speziellen Gummischicht an der Ferse ausgestattet.
  • Die stabile Konstruktion des Schuhs sorgt dafür, dass der Schuh seine Form und Vorspannung dauerhaft behält.

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Der Schuh wird in Italien produziert und verfügt über die gewohnt hohe Scarpa-Qualität und eine exzellente Verarbeitung.


2. La Sportiva Skwama
Weich und trotzdem stabil

La sportiva-Skwama
  • Der Skwama gehört zur Performance Linie von La Sportiva.
  • Der Schuh gleicht der Passform eines Slippers, ist aber mit einem zusätzlichen Velcro-Verschluss ausgestattet.
  • Die Fersenkonstruktion ist steif und nahezu torsionsfrei.
  • Und auch der Toe-Hook-Patch überzeugt.
  • Ein weicher und sehr präziser Schuh.

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Der Skwama ist ein relativ weicher Schuh der etwas mehr von Deiner Fußmuskulatur fordert – ideal um die Konturen der Tritte zu spüren.


3. La Sportiva Solution
Die Legende für kleine Tritte

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  • Der La Sportiva Solution gehört zu den Klassikern unter den Boulderschuhen.
  • Sowohl der Zehenbereich mit dem formstabilen Down Turn als auch die voll gummierte Ferse überzeugen und können beim Bouldern perfekt eingesetzt werden.
  • Aufgrund der spitzen Form im Zehenbereich performt der Solution speziell auf kleinen Tritten phänomenal.

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Zugegeben, anfangs war die spezielle Form der Zehenbox etwas gewöhnungsbedürftig – hat man sich daran gewöhnt findest Du mit dem Solution auch auf kleinsten Tritten noch halt.


4. La Sportiva Tarantula
Perfektes Einsteigermodell

tarantula la sportiva
  • Der Tarantula hat sich in den letzten Jahren als Einsteigerschuh der Boulderszene etabliert.
  • Der Schuh ist einerseits komfortabel, andererseits bringt er eine vernünftige Performance an die Wand.
  • Der Lederschuh passt sich dem Fuß gut an und durch seine minimal asymmetrische Form passt er den meisten | Damen wie Herren.

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Die Sohle ist ebenfalls auf die Bedürfnisse von Boulder-Neulingen ausgerichtet und verzeiht mit ihrer Stärke von 5mm einiges. Du kannst mit dem Tarantula Deine ersten Versuche machen, ohne gleich ein Loch in der Sohle zu riskieren. 

Da der Tarantula ein klassischer Einsteigerschuh ist verfügt er weder über Vorspannung noch Down Turn. Die hoch gezogene Sohle an der Ferse ermöglicht aber erste Hook-Versuche ohne abzurutschen. Wirkliche Heel-Hooks sind mit dem Tarantula aber genauso wenig möglich wie Toe-Hooks. Für Einsteiger ist der Tarantula die perfekte Wahl.


5. La Sportiva Katana
Der beste Allrounder

La Sportiva Katana Boulderschuh
  • Der La Sportiva Katana ist für mich der beste Allrounder unter den Boulderschuhen.
  • Wer sich für den Schuh entscheidet hat die Wahl zwischen einer Schnürversion und einer Version mit Velcroverschlüssen.
  • Der Materialmix aus Leder und Lorica sorgt für ein angenehmes Gefühl am Fuß.
  • Für schmale Füße gibt es eine spezielle Damen-Version, die etwas schmaler geschnitten ist.

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Insgesamt überzeugt der Katana durch Kantenstabilität, guten Grip, ein gutes Klettergefühl und eine gute Balance. Der Schuh hat eine eher geringe Vorspannung, was für guten Komfort sorgt. Die Zehenbox bietet genügend Platz und ist dennoch nicht sehr hoch. Somit ist ein Toe Hook auch in schmalen Ritzen möglich. Die 4mm dicke Sohle ist langlebig.


6. Scarpa – Furia Air
Extrem weich & leicht

scarpa kletterschuh furia
  • Der Scarpa Furia ist das leichtest Modell von Scarpa – Der Schuh wiegt nur 150 g.
  • Er ist extrem flexibel und manche von Euch werden den Furia gerade deswegen lieben.
  • Sicher nicht für jeden geegnet…
  • ABER wenn Du gerne genau spürst willst wo Du hinsteigst, und Du die nötige Technik mitbringst, eine Waffe.

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Hooks aller Art sind mit dem Furia kein Problem. Der Schuh ist perfekt für Dich, wenn Du Wert auf:
a.) Performance und
b.) extra große Portion Gefühl legst.


Das Boulderschuh 1x1

Alles was Du über Boulderschuhe wissen musst

Bevor wir ganz tief ins Thema Boulderschuhe einsteigen, möchte ich vorab einige Begriffe klären, die beim Kauf von Boulderschuhen wichtig sind.

Was ist Vorspannung?

Die Vorspannung ist eines der zentralen Elemente der Passform bei einem Boulderschuh. Sie bezieht sich auf die Spannung in der Längsrichtung des Schuhs, also von der Ferse bis zur Spitze. Wenn Du seitlich auf einen Kletterschuh blickst und der Schuh so aussieht wie eine Banane, hat der Schuh eine große Vorspannung.

Boulderschuhe-kaufen-Vorspannung
Kaum Vorspannung vs. viel Vorspannung

Für kleinste Leisten und Überhänge
Die Vorspannung
entsteht durch ein Gummiband an der Ferse, das die Ferse quasi nach vorne zieht. Wieviel Vorspannung Du persönlich benötigst, ist einerseits Geschmackssache und hängt auch mit Deinem persönlichen Kletterstil zusammen. In Überhängen, bei sehr kleintrittigen Routen oder vielen kleinen Leisten, sind Schuhe mit großer Vorspannung ideal.

Nichts für Anfänger
Anfängern empfehle ich zu Beginn allerdings einen Schuh mit geringer bis keiner Vorspannung zu wählen. Stark vorgespannte Schuhe sind unbequem und gewöhnungsbedürftig – Einsteiger können die Vorteile der Vorspannung aufgrund fehlender Technik (noch) nicht nutzen. Später kannst Du immer noch wechseln bzw. Dir einen zweiten Schuh mit aggressiverer Vorspannung kaufen.

Was ist Down Turn?

Der Down Turn ist ein zweites Passform-Element des Boulderschuhs und beschreibt, wie der Vorderfuß nach unten gerichtet ist. Der Down Turn bezieht sich auf den Bereich der Zehen und ist leicht erkennbar. Denn der Schuh ist im Zehenbereich nach unten gebogen. Schuhe mit Down Turn machen vor allem in stark überhängendem Gelände Sinn.

Boulderschuhe-La Sporitva-Solution-Down-turn
La Sportiva SolutionDown Turn

Tipp: Damit Deine Schuhe lange ihre Form behalten, ziehe sie bei (längeren) Pausen in der Halle oder am Fels wieder aus. Das kann die Lebensdauer deutlich verbessern.

3 Kategorien von Boulderschuhen

Boulderschuhe lassen sich in drei Kategorien einteilen: Neutral, moderat und aggressiv. Die Kategorien beziehen sich auf eine Kombination aus Sitz, Komfort, Vorspannung und den Down Turn des Schuhs.

Neutrale Boulderschuhe – für Einsteiger geeignet

Ein neutraler Schuh ist der Schuh der Wahl für einen Anfänger. Denn ein neutraler Schuh bietet vor allem Komfort und einen entspannten Sitz. Ein neutraler Schuh hat keinen Down Turn, d.h. die Zehen liegen flach im Inneren und werden nicht nach unten gedrückt.

Steife Sohle und dicker Gummi
Die Zwischensohle
eines neutralen Schuhs ist steif oder mittel. Die Gummisohle ist eher dick, was die Haltbarkeit verlängert. Gerade am Anfang benötigt es etwas Zeit, bis Du Dich überhaupt an Kletterschuhe gewöhnt hast. Aus diesem Grund wähle neutrale Schuhe, sie erleichtern Dir den Einstieg.

Moderate Schuhe – für den fortgeschrittenen Boulderer

Moderate Schuhe haben bereits eine Passform, die eher gebogen als gerade ist. Dennoch können diese Schuhe noch als relativ bequem bezeichnet werden. Moderate Schuhe sind Allzweckschuhe, die Du für fast jede Route verwenden kannst.

La Sportiva Katana Boulderschuh
Moderat – La Sportiva Katana

Mehr Gefühl wehniger Komfort
Mit einem moderaten Schuh gelingt es Dir gut, Deine Kraft auf die Tritte zu übertragen und Dich vorwärts zu bewegen. Der Gummi der Sohle ist etwas dünner als bei den Einsteigermodellen – was das Gefühl verbessert aber die Haltbarkeit verringert.

Aggressive Schuhe – für Experten und spezielle Boulderprobleme

Aggressive Schuhe sind dann richtig, wenn Du Dich an anspruchsvolle Überhangrouten wagen willst. Denn sie haben eine starke Vorspannung und einen großen Down Turn. Das ermöglicht präzises Klettern und (mit guter Technik) eine maximale Kraftübertragung bei kleinen Tritten und Leisten.

Dünner Gummi sorgt für guten Grip
Du schaffst es mit einem aggressiven Schuh, Deine ganze Kraft auf einen Punkt zu übertragen. Die Sohle eines aggressiven Schuhs ist noch einmal deutlich dünner und klebriger als bei einem moderaten Schuh. Dadurch wird sie auch leichter abgerieben und ist nicht so langlebig.

Unbequem
Aggressive Schuhe sind nicht wirklich bequem. Deswegen setze sie gezielt ein, wenn Du eine Route boulderst, bei der sie wirklich Sinn machen. 

Im Folgenden werde Ich genau auf alle Kriterien für den perfekten Boulderschuh genauer eingehen. Danach findest Du die Ergebnisse des großen Boulderschuh-Test und am Schluß ein paar hilfreiche Tipps für den Kauf deines persönlichen Boulderschuhs.

1. Passform – Wie eng muss ein Boulderschuh sitzen?

Ein Boulderschuh ist beim Bouldern so etwas, wie Deine zweite Haut. Er sorgt dafür, dass Du Deine Kraft auf die Tritte und an die Wand übertragen kannst. Dafür muss er perfekt sitzen.

Der Schuh darf weder zu eng, noch zu weit sein – nicht wirklich hilfreich? – Dann bitte weiterlesen.

Das Problem zu enger Boulderschuhe

Vielleicht hast du von selbst ernannten Kletterexperten gehört, dass Dir Deine Boulderschuhe wehtun müssen, wenn Sie richtig passen sollen. Vergiss das am besten schnell wieder. Boulderschuhe sollen zwar eng sitzen, aber nicht so eng sein, dass Du Deine Zehen nicht mehr spürst oder Dir sonst etwas wehtut.

Denn gerade Feinfühligkeit in den Zehen ist beim Bouldern wichtig. Wie sollst Du Dein ganzes Körpergewicht auf die Zehen übertragen können, wenn dir schon vor dem Bouldern alles weh tut?

Schmerzen führen zu schlechter Technik
Mit einem zu engen Schuh wirst Du zwangsläufig eine schlechte Fußtechnik angewöhnen. Denn Du wirst es vermeiden, Deinen Fuß bzw. Deine Zehen ganz zu belasten. Das hat zur Folge, dass Du die fehlende Kraft mit den Händen und Armen kompensierst. Und das ist genau die falsche Entwicklung.


Du willst an Deiner Bouldertechnik feilen?
Lerne was neues auf meinem Beitrag: Bouldern Technik – 17 Tipps und 13 konkrete Übungen.


Das Problem zu weiter Boulderschuhe

Genauso wie Du zu enge Boulderschuhe vermeiden solltest, solltest Du auch zu weite Schuhe vermeiden. In zu weiten Schuhen wirst Du zwar keine Schmerzen haben, allerdings helfen sie Dir auch nicht wirklich beim Klettern. Mit einem zu weiten Schuh kannst Du einen Tritt nicht wirklich voll belasten.

Bei zu großen Schuhen biegt sich der Gummi Deiner Sohle nach oben – Du findest keinen Halt und im schlimmsten Fall rutschst Du dadurch sogar ab.

Auch zu weite Schuhe führen zu schlechter Technik
Aus der Technikperspektive gesehen, führt das dazu, dass Du kein Vertrauen in Deine Schuhe und die Tritte bekommst und Dir eine schlechte Fußtechnik angewöhnst. In der Folge legst Du den Fokus wieder mehr auf Deine Hände und Arme, was kontraproduktiv ist.

Die verschiedenen Verschlusssysteme

Boulderschuhe können 3 verschiedene Verschlusssysteme haben:
Klettverschluss
Schnürung
Slipper

Kletterschuhe Verschlusssystem
Schnurung – Schlüpfer – Klettverschluss

Welches System Du wählst, hängt vor allem von Deinem persönlichen Geschmack und von der Passform der ausgewählten Schuhe ab.

Klettverschlusspraktisch
Für viele Boulderer sind Schuhe mit einem Klettverschluss am praktischsten. Denn Du kannst sie schnell und einfach an- und ausziehen. Durch die verstellbaren Klettverschlüsse lässt sich die Passform sehr gut an Deinen Fuß anpassen. 

Schnürung – nicht ganz so praktisch
Bei Schnürschuhen benötigst Du zum Anziehen etwas mehr Zeit, als bei den Klettverschlussschuhen. Sie lassen sich aber prima an Deinen Fuß anpassen und zwar sowohl am Span als auch im Zehenbereich. Achte beim Binden darauf, dass die Schleife nicht zu groß ist und Du Dich daran verheddern könntest.

Slippernicht anpassbar
Sind zwar superschnell angezogen, lassen sich allerdings nicht verstellen. Du kannst sie zum Beispiel nicht enger stellen, um die Passform anzupassen. Bei einem älteren Slipper, der bereits etwas weiter geworden ist, kann es Dir beim Heel-Hook leichter passieren, dass Du aus dem Schuh schlüpfst. Andererseits sind Slipper die schlanksten Schuhe und Du kommst damit leichter in einen Riss als mit einem Klettverschlussschuh.

2. Reibung – Der richtige Gummi sorgt für Grip

Neben der Passform, die zu Deinem Fuß passen sollte, spielt auch die Zusammensetzung der Sohle eine Rolle beim Bouldern mit Deinem neuen Schuh. Denn der Gummi entscheidet, wie hart oder weich die Sohle ist und wie viel Grip Du damit hast.

Momentum Black Diamond Sohle
Sohle des Black Diamond – Momentum

Je weicher der Gummi ist, desto mehr Grip hast Du mit Deinem Schuh.

Weicher Gummi – gute Reibung, schneller Verschleiß
Ein Schuh mit weicher Sohle ist besonders gut zum Reibungsklettern geeignet, denn der Schuh reagiert sensibler. Diesen klaren Vorteil steht der Nachteil eines schnelleren Verschließ gegenüber. Denn eine weiche Sohle reibt sich schneller ab.

Klettertechnik-Reibung-Tipps

Harter Gummi
Ein klarer Vorteil einer harten Sohle ist die Haltbarkeit. Außerdem bietet eine harte Sohle Vorteile auf kleinen Kanten und dünnen Leisten.

Dünne oder dicke Sohle?
Ähnlich wie bei der Härte oder der Weichheit der Sohle verhält es sich auch bei dünnen und dicken Sohlen. Eine dünnere Sohle verleiht Dir mehr Gefühl, aber weniger Stabilität. Und der Verschleiß ist größer.

Eine dickere Sohle ist langlebiger und bietet etwas mehr Stabilität und Unterstützung. Je nach Variante sind Sohlen meist zwischen drei und fünf Millimeter dick.

Tipp: Wasche Deine Sohle immer mal wieder mit lauwarmem Wasser ab. Das entfernt den Staub aus den Poren und gibt Deiner Sohle wieder mehr Grip.

3. Material – Leder, Synthetik oder beides?

Was das Material Deiner Boulderschuhe angeht, hast Du auch hier wieder die Wahl – und zwar zwischen Leder und Synthetik.

Synthetik
Der grundsätzliche Unterschied ist, dass sich Synthetik nicht dehnt und der Schuh deswegen auch nach dem Kauf seine Form beibehält. Allerdings kommt es in Synthetik-Schuhen eher zu unangenehmem Fußgeruch.

Leder
In Lederschuhen kommen stinkende Füße seltener vor. Leder dehnt sich außerdem und passt sich so dem Fuß an. Die Lösung?

Mischform
In vielen Boulderschuhen sind heute Mischformen aus Synthetik und Leder verarbeitet. Das verbindet die Vorteile beider Materialien in einem Schuh.

Außerdem sollte das Material nicht ausschlaggebend für den Kauf sein. Die Passform ist viel wichtiger. Denke dennoch beim Kauf von Lederschuhen daran, dass sie sich noch etwas ausdehnen.

4. Ideale Form – Ermöglicht stehen auf kleinsten Tritten

Die ideale Form Deines Schuhs ist eine Kombination aus

a.) Vorspannung – Eine aggressive Vorspannung ermöglicht Dir die Kraftübertragung auch auf kleinsten Tritten.

b.) Asymmetrie – Asymmetrie bedeutet, dass der Fuß durch den Schuh seitlich nach innen gedreht ist. Ziel der Asymmetrie ist die Bündelung der Energie und eine noch präzisere Belastung auf einen einzelnen Punkt – Deine Zehenspitze.

b.)Asymmetrie – Asymmetrie bedeutet, dass der Fuß durch den Schuh seitlich nach innen gedreht ist. Ziel der Asymmetrie ist die Bündelung der Energie und eine noch präzisere Belastung auf einen einzelnen Punkt – Deine Zehenspitze.

c.)Down Turn – Down Turn benötigst Du vor allem im Überhang.

Boulderschuhe-kaufen-Asymmetrie
Symmetrisch vs. Asymmetrisch

Je nachdem was Du klettern möchtest, bestimmt die Form des Schuhs.

5 Enger Fersensitz (Heel-Hook) + Toepad

Speziell bei Boulderschuhen sind ein enger Fersensitz und ein Toepad oft Gold wert. Beim Bouldern wirst Du immer wieder den Heel-Hook einsetzen (müssen). Dabei verkeilst Du Dich mit Hilfe Deiner Ferse an einem Tritt.

Damit dies funktioniert, muss Dein Schuh an der Ferse gut sitzen. Ein zu weiter Schuh oder schmerzende Druckstellen würden Dich sonst nur behindern. Wichtig ist auch, dass Dein Schuh genug Gummi an der Ferse hat.

Auch der Toe-Hook kommt beim Bouldern immer wieder vor. Damit Dir dieser leichter fällt, haben spezielle Modelle auf der Zehenbox eine zusätzliche Gummiauflage – der so genannte Toepad. Dieser sorgt für„extra“ Grip an den Zehen.

6. Die Boulderschuh-Sohle – Stabilität und Flexibilität 

Auch bei der Sohle gibt es noch einmal einen Unterschied. Ein Boulderschuh mit einer harten Sohle hat eine durchgehende Sohle und ist meist mit einer zusätzlichen Einlegesohle ausgestattet.

Härtere Sohlen bieten Unterstützung
Stabilität und Unterstützung sind hier Programm. Das geht allerdings etwas zu Lasten der Flexibilität. Härtere Schuhe sind vor allem für Anfänger und im Bereich des Alpinkletterns gefragt.

Boulderschuhe-La Sportiva-Sohle
Hart (Katana) vs. Weich (Skwama)

Weiche Sohlen – Flexibilität
Schuhe mit weicher Sohle haben oft keine durchgehende Sohle. Das bedeutet: Weniger Unterstützung, aber mehr Bewegungsfreiheit. Eine weiche Sohle bietet Dir ein bessereres Gefühl bei Tritten und mehr Grip, wenn Du auf Reibung klettern willst. Der größeren Sensibilität steht wieder der schnellere Verschleiß entgegen.

Wenn Du Dich beim Bouldern über den Anfangsstatus hinaus entwickelt hast, empfehle ich Dir weiche Schuhe. Sie setzen allerdings bereits eine gute Technik und eine geschulte Fußmuskulatur voraus.

7. Perfekte Verarbeitung

Bei einem Boulderschuh ist die Verarbeitung das A&O. Denn Du willst Dich auf Deinen Schuh verlassen können und lange etwas davon haben. Meiner Meinung nach sind vor allem die Schuhe von La Sportiva und Scarpa empfehlenswert. Denn die Hersteller haben eine langjährige Erfahrung und machen Top-Schuhe.

Meine absoluten Favoriten, mit denen ich auch selber geklettert bin, findest Du auf unserer Empfehlungsseite.

Was sagen Profis zum Thema Boulderschuhe

Ja es gibt ihn, den perfekten Boulderschuh – Aber der perfekte Schuh wird nicht für jedes Boulderproblem der gleiche sein. Je nach Boulderproblem wähle ich einen Schuh aus der speziell für Leisten oder speziell für Reibung gut geeignet ist. 

Für Einsteiger ist das natürlich völlig übertrieben und unnötig, und ich empfehle keinem Anfänger mehr als einen Schuh zu kaufen. Im Laufe der Zeit werden sich unvermeidlich mehrere Paar Boulderschuhe ansammeln, dann wirst Du schnell merken, das jeder Schuh seine Vor- und Nachteile hat. So wirst Du je nach Boulderproblem bzw. Bouldergebiet einen separaten Schuh verwenden. 

Mir persönlich macht es Spaß an der richtigen Ausrüstung zu tüfteln, wenn Du keine Veranlagung dazu hast ist das auch völlig ok – schlussendlich klettert auch der beste Schuh nicht von alleine.   

Boulderschuhe speziell für Damen

Im Sport- und Outdoorbereich gibt es so gut nichts, was es nicht auch in einer speziellen Version für Damen gibt. Bei Boulderschuhen ist das nicht anders. Das macht insofern Sinn, als dass Frauen generell schmalere Füße als Männer haben. Deswegen sind Damen-Modelle schmaler geschnitten.

Der Rist hingegen benötigt bei Frauen meist mehr Platz, was bei den Damenmodellen berücksichtigt wird. Nicht zuletzt ist auch die Optik bei Frauen-Schuhen oft eine andere als bei den Männer-Modellen. Im Prinzip können Frauen aber genauso zu den Männer-Modellen greifen (und umgekehrt), wenn diese eine bessere Passform haben.

Was kosten Boulderschuhe? 

Boulderschuhe haben eine große Preisspanne. Während Einsteigermodelle bereits ab rund 35 Euro zu haben sind, kosten andere Modelle bis zu 200 Euro. Wahrscheinlich landest Du bei Deinen Schuhen irgendwo in der Mitte.

Passform, Passfrom, Passform
Wenn möglich, lass Dich nicht vom Preis, sondern wirklich von der Passform leiten. Schuhe für fortgeschrittenes Bouldern mit Toe Hook oder Down Turn schlagen oft mit etwa 140 Euro zu Buche.

Tipps zum Kauf

Folgende Tipps solltest Du beim Kauf Deiner Boulderschuhe beherzigen:

  • Nimm Dir Zeit
  • Probiere verschiedene Modelle an
  • Kaufe Deine Schuhe nicht zu klein – gerade am Anfang
  • Bedenke, dass das Eintragen einige Wochen dauern kann
  • Wenn Du Dich für Lederschuhe entscheidest, berücksichtige, dass sie sich noch dehnen
  • Nutze die Möglichkeit des Onlinekaufs. Bestelle Dir mehrere Größen und probiere in Ruhe zuhause an. Alle Schuhe, die Dir nicht passen, schickst Du einfach zurück.
  • Ein geniales Tool für ist der Schuhgrößen-Rechner der Bergfreunde. Basierend auf hunderten echten Erfahrungsberichten, findest Du ziemlich genau Deine passende Größe.

Generelle Unterschiede zwischen Schuhen für Anfänger und Experten

Beim Kauf eines Boulderschuhs kommt es darauf an, ob Du gerade erst mit dem Bouldern beginnst oder ein Experte bist bzw. einen Schuh für einen ganz bestimmten Zweck suchst.

Boulderschuhe für Anfänger
Schuhe für Anfänger sollten eine stabile Sohle haben, die den Fuß unterstützt. Der Schuh sollte wenig bis keine Vorspannung haben und eine gute Passform haben, aber nicht zu eng sitzen.

Fortgeschritten und Experte
Wenn Du schon Experte im Bouldern bist, hast Du wahrscheinlich für unterschiedliche „Boulderprobleme“ unterschiedliche Boulderschuhe. Wenn Du zum Beispiel eine Route mit ganz kleinen Leisten und Tritten gehen willst, benötigst Du sehr enge Schuhe, in denen Du die Zehen richtig aufstellen kannst. Wenn Du auf Reibung bouldern willst, müssen Deine Schuhe nicht ganz so eng sein. Sie sollten aber eine moderate Vorspannung und eine möglichst weiche Sohle haben.

Barfuß oder mit Socken in die Schuhe?

Grundsätzlich gilt: Immer barfuß in die Boulderschuhe. Denn barfuß hast Du viel mehr Gefühl. Wenn Du Dir allerdings Schuhe ausleihst, würde ich die Socken anlassen. Auch wenn Du draußen boulderst und es relativ kalt ist, würde ich die Socken ebenfalls anlassen.

Boulderschuhe reparieren bzw. neu besohlen lassen

Wenn Du Deine Schuhe ausgiebig genutzt hast und Sohle und Gummi abgenutzt sind, kannst Du die Schuhe in der Regel ein oder zwei Mal neu besohlen lassen. Für relativ wenig Geld (30-40 €) wird die Sohle des Schuhs ausgetauscht und Du kannst sie weiter nutzen.

Maximal 2 x besohlen lassen
Nach der ersten Sohle ist die Passform meist noch gegeben und Du hast keine Probleme beim Klettern. Allerdings nimmt die Passform bei der zweiten Besohlung spürbar ab und meist macht es keinen Sinn, einen Schuh noch ein drittes Mal besohlen zu lassen. Kauf Dir dann lieber ein neues Paar. 

Im Normalfall bieten Boulderhallen und Sportfachgeschäfte an, Schuhe besohlen zu lassen. Das kostet etwa 30 bis 40 Euro und kann bis zu drei Wochen dauern. Falls Du in der Zeit nicht auf das Bouldern verzichten willst, solltest Du einen Zweitschuh parat haben.

Noch ein Tipp: Warte mit der Besohlung nicht, bis die Löcher zu groß sind. Denn dann kann der Schuh nicht mehr richtig besohlt werden und Du musst Dir sofort ein neues Paar kaufen.

Wie lange halten Boulderschuhe?

Wie lange Deine Schuhe halten, ist abhängig davon, wie oft Du sie benutzt, was Du damit boulderst und wie dick der Gummi der Sohle ist. Wenn Du regelmäßig zum Bouldern gehst, kann es sein, dass Deine Schuhe nur etwa drei bis sechs Monate halten. Das ist natürlich auch abhängig vom Modell und der Verarbeitung. 

Dicke Sohle aus gutem Grund
Gerade als Anfänger mutest Du Deinen Schuhen einiges zu. Aus diesem Grund haben Anfängerschuhe von Haus aus eine dickere Sohle und dickeren Gummi, damit sie länger halten. Ist die Sohle verschlissen, hast Du, wie erwähnt, die Möglichkeit die Schuhe neu besohlen zu lassen.

Boulderschuhe anpassen

Wenn Deine Schuhe nicht ganz perfekt passen, gibt es ein paar Tricks, mit denen Du sie noch etwas anpassen kannst. Vor allem Wasser und Wärme wirken hier Wunder. 

Tipp 1: Geh mit Deinen neuen Boulderschuhen duschen oder nehme ein Fußbad damit. Anschließend lässt Du die feuchten Schuhe an und gehst damit umher oder steigst einige Treppen. Das verkürzt die Anpassungszeit enorm, da sich der Schuh schneller an Deinen Fuß anpasst. 

Tipp 2: Stellst Du nach einiger Zeit fest, dass Dein Schuh nur an einer bestimmten Stelle schmerzt, kannst Du mit einem Fön nachhelfen Dazu erwärmst Du die entsprechende Stelle vorsichtig und drückst den Schuh manuell in Form.

Mehr zum Thema Boulderschuhe bzw. Kletterschuhe findest du auf einem weiteren ausführlichen Artikel von mir: Kletterschuhe für Anfänger – Die besten Kletterschuhe.

Sehr informatives Video zum Thema Kletterschuhe: