Klettertechnik-16-Übungen

Boulder & Kletter-Technik Übungen. Die 16 besten Übungen!

Dass Klettertechnik wichtig ist, wissen wir alle. Was kannst Du aber konkret tun, um Deine Klettertechnik zu verbessern? Ganz genau – Üben. Hier findest Du die besten Übungen um Deine Klettertechnik schnell und gezielt zu verbessern. 

Klettertechnik Übungen – Die 16 besten Übungen

1. Leise Klettern

Du willst Deine Beinarbeit perfektionieren? Dann lerne Dich so zu bewegen, dass keiner überhaupt merkt das Du da bist. Wer schon mal einem Weltklasse-Kletterer zugesehen hat, der weiß wovon ich spreche. Ein Tritt nach dem anderen wird präzise und kaum hörbar gesetzt. Die Bewegungen sind elegant und wahre Könner scheinen sich die Wand fast mühelos hoch zu schleichen. 

Mit den Zehenspitzen ansteigen
Lerne von den Besten und trainiere deine Klettertechnink indem Du die Tritte leise antrittst. Einsteiger neigen dazu mit der Fußsohle auf die Tritte zu stapfen. Gute Kletterer steigen leise und mit den Zehenspitzen auf die Tritte.

Klettertechnik tipps sauber steigen
Leise Klettern – Zehenspitzen

Neben einer besseren Kletter- und Bouldertechnik trainierst du dabei Deine Körperspannung. Denn es braucht Spannung im ganzen Körper, um die unteren Extremitäten präzise auf einen winzigen Punkt zu positionieren. 

Leise Ansteigen trainiert neben der Klettertechnik auch noch Körperspannung und Konzentration.  

2. Traversieren an kleinen Tritten

Welche Griffe Du beim Traversieren benutzt ist vollkommen egal. Bei dieser Klettertechnik-Übung geht es um eine saubere und flexible Tritttechnik. Du wirst lernen auch kleine Tritte richtig zu belasten und so anzusteigen, dass Dein Fuß bewegungsbereit bleibt.

Bouldertechnik-Übungen-Tritte
Trainiere an kleinen Tritten

Außerdem wirst Du Deine Präzision schulen damit Deine Zehenspitzen genau dort landen wo sie hin müssen, um auch auf Minitritten noch Halt zu finden. Geübt wird in Bodenhöhe. 

Die Klettertechnik-Übung “Traversieren” lässt sich wunderbar mit dem “Kreuzen” kombinieren.

3. Kreuzen der Beine – Vorne & Hinten

Kreuze während der Traverse abwechselnd deine Beine – einmal hinten einmal vorne. Dabei schulst Du Dein Bewegungsgefühl und Dein Körper automatisiert die Bewegungsabläufe des “Kreuzens”.

Klettertechnik-Bouldertechnik-Kreuzen

Diese Klettertechnik wird etwas Bewegung in Deine Hüften bringen – achte dabei immer den Körperschwerpunkt (die Hüfte) während der gesamten Übung nahe an der Wand zu belassen. In Folge wirst du an Trittsicherheit gewinnen und Dein Kletterstil wird geschmeidiger und die Bewegungen fließender. 

4. Eindrehen – Klettertechnik Übung

Eindrehen ist eine Klettertechnik, die sehr oft und in den verschiedensten Situationen zur Anfeindung kommt. Wer nicht genau weiß was Eindrehen ist, dem empfehle ich dieses exzellente  Lehrvideo in dem das “Eindrehen” genau beschrieben wird. 

Üben kannst Du diese Klettertechnik in einer für Dich leichten Route. Versuche Dich bei jedem Zug einzudrehen, auch wenn der Zug frontal geklettert werden kann. Die zweite Möglichkeit besteht in Bodennähe anhand einzelner Züge oder während einer Traverse zu üben. 


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5. Traversieren an langen Armen

Der lange Arm ist eine der wohl wichtigsten Klettertechniken, wenn es um effizientes und ökonomisches Klettern geht. Du willst diese Technik anhand einer Übung trainieren? Dann empfehle ich das Traversieren am langen Arm.

Bei dieser Übung befinden sich Deine Beine immer in einer gebeugten Hock-Position (um eine Überstreckung zu verhindern). Mit gebeugten Beinen und gestreckten (langen) Armen traversiertet Du in Bodennähe entlang. Um diese Klettertechnik zu verinnerlichen, rufe Dir auch während des Kletterns immer wieder den “langen Arm” ins Gedächtnis. Lange Arme = lange Klettern. 

Klettertechnik tipps Überstreckt
Traverse mit gebeugten Beinen und gestreckten Armen

Bei dieser Übung befinden sich Deine Beine immer in einer gebeugten Hock-Position (um eine Überstreckung zu verhindern). Mit gebeugten Beinen und gestreckten (langen) Armen traversiertet Du in Bodennähe entlang. Um diese Klettertechnik zu verinnerlichen, rufe Dir auch während des Kletterns immer wieder den “langen Arm” ins Gedächtnis. Lange Arme = lange Klettern. 

6. Einarmig Klettern

Diese Klettertechnik-Übung ist selbsterklärend und kann sowohl beim Toprope-Klettern als auch beim Traversieren in Bodennähe durchgeführt werden. Es wird dabei nur ein Arm benutzt, was eine stabile Position und gutes Gleichgewichtsgefühl fördert. Diese Übung schult neben Gleichgewicht und guter Beinarbeit zusätzlich Dynamik, Timing und Hand-Auge-Koordination.

Dynamik: Dynamisches Klettern ist dem statischen Klettern oft (nicht immer) überlegen, da es Kraft spart und manche Kletterstellen besser “dynamisch” überwunden werden können. 

Timing: Einarmiges Klettern schult das richtige Timing um den Toten-Punkt (Deadpoint) der Anziehungskraft zu finden. Der Deadpoint ist jene Millisekunde nach der Aufwärtsbewegung, in der Du scheinbar schwerelos bist – der richtige Zeitpunkt ist schnell verpasst und dann zieht Dich die Schwerkraft wieder nach unten.

Diese Klettertechnik-Übung lehrt Dich die nötigen Basics für dynamisches Klettern. 


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7. Daumen Hoch

Bei diese Übung darfst Du Deine Daumen nicht benutzen. Ohne Daumen wird das Klettern schwieriger da Du Dich nicht so gut an die Wand heranziehen kannst. In Folge bist Du “gezwungen” besser zu steigen und lernst Deinen Körperschwerpunkt über die Fußspitzen nahe an die Wand zu bringen. Geniale Übung für eine bessere Tritttechnik

8. Zeitlupe – Klettertechnik Übung

“Normales” Klettern oder Traversieren in ganz langsamen Bewegungen – in Zeitlupe.

Versuche dich sehr langsam aber trotzdem fließend und gleichmäßig zu bewegen. Diese Übung schult Präzision, Körperspannung, Kontrolle, sie legt den Fokus auf die Bewegung und nichts außer die Bewegung. 

Zeit zum Lernen
Eine hervorragende Kletter- & Bouldertechnik-Übung, da sie Dir, wie keine andere Übung, die Zeit gibt bewusst zu klettern. Am Anfang unser aller Kletterlaufbahn gibt es viel zu lernen, alles ist neu, es gibt so viele Dinge zu beachten – da bleibt kaum Zeit für bewusstes Klettern.

Und daran wird sich auch nie etwas ändern wenn wir nicht bewusst daran arbeiten… denn beim Klettern gibt es immer was Neues zu lernen oder eine noch schwierigere Route zu klettern.

Die Klettertechnik-Übung “Zeitlupe” wirkt diesem Vorwärtsdrang entgegen und schenkt Dir die Zeit, Dich mit den Feinheiten Deiner Kletterbewegungen auseinander zu setzen. Spüre was passiert, wenn Du Dein Gewicht verlagerst, wie die Belastungspunkte von Tritten und Griffen ständigen Veränderungen ausgesetzt sind.

9. Versteinert/Freeze

Visiere den nächsten Griff an, zieh auf ihn hin und kurz bevor Du Ihn berührst -Freeze. Verharre für 3 Sekunden in dieser Position bevor du den Griff schlussendlich benutzt, um den nächsten Zug einzuleiten. Dort passiert dasselbe, verharre 3 Sekunden bevor Du den folgenden Griff berührst. 

Bouldertechnik-Übung-verbessern

Diese Übung schult Bewegungsgefühl vor allem aber Blockier – und Haltekraft. Sie zwingt Dich dazu Deinen Körper so zu positionieren, dass Du Ihn nicht nur bis zum nächsten Griff, sondern zusätzlich 3 Sekunden mit nur einer Hand in der Wand halten kannst. Gar nicht so einfach – Du wirst kreative Lösungen finden müssen, um dich zu halten. Dein Bewegungsrepertoire wird wachsen und Du wirst Deine Klettertechnik verbessern. 


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10. Auf Reibung 

Steig so oft wie möglich auf Reibung an. Viele Boulderprobleme oder Plattenklettereien erfordern ein sicheres steigen auf Reibung. Übe im Voraus und perfektioniere Deine Klettertechnik wenn es darum geht auf große Strukturen und auf Reibung zu steigen.

Du kannst diese Technik anhand einer Traverse, oder in einer ausgewählten Route üben. Ersetze dabei jeden zweiten Tritt und steige stattdessen auf Reibung. Spätestens in einer plattigen Felskletterei wird sich das Training bezahlt machen. 

11. Weich greifen

“So viel wie nötig, so wenig wie möglich”

Verschwende nicht unnötig Energie – lerne es “weich” zu greifen. Entspanne Deinen Geist, entspanne Dein Unterkiefer und klettere eine relativ einfache Route, die Du schon kennst. Versuche jeden Griff mit dem minimalen Aufwand zu halten.

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Weich greifen spart Kraft

Greife so weich und mit so wenig Kraftaufwand wie möglich. Mit dieser Übung kannst Du die Grenzen ausloten und ein Gefühl dafür bekommen wieviel Kraft wirklich nötig ist um einen Griff zu halten. Eine sehr schöne Übung auch in Kombination mit “Leise Klettern”. 

12. Dynamisch und schnell klettern

Dynamisch und zügig, aber nicht hastig. Diese Übung wird Dir besonders viel bringen, wenn Du (so wie ich) oft zu “kopflastig” bist. Lass alle Gedanken am Einstieg der Route oder des Bouderproblems zurück (Du kannst später immer noch darüber nachdenken 😉 ).

Dynamisch heißt mit Schwung den nächsten Zug einzuleiten. Steig an, bleibe tief, leite den Zug mit einer leichten Ausholbewegung ein und drücke Dich aus den Beinen heraus nach oben.

Vergiss Kontrolle und statisches Klettern für einen Moment und nimm Dir vor, die Route dynamisch und mit einem gewissen Mut zum Risiko zu klettern. Besprich Dich gegebenenfalls mit Deinem Seilpartner und riskiere einen Sturz – Klettere Dich frei.

Für alle Seilkletterer: Sturzangst ist für 90 % aller Kletterer eine der größten Blockaden auf dem Weg zum nächsten Level. Das muss nicht sein – mehr auf unserem Artikel: Sturzangst beim Klettern? Überwinde noch heute Deine Sturzangst.

Sturztraining-Titelbild
Sturztraining – 12 Schritte Anleitung

13. Abklettern – Klettertechnik Übung

Abketten heißt, eine Route oder ein Boulderproblem von oben nach unten abzuklettern.

Eine zu Unrecht sehr unterschätzte Übung zur Verbesserung der Klettertechnik. Abkletten ist nicht nur ein sehr gutes Training für die Muskulatur (Abklettern führt im Gegensatz zu den gewöhnlichen nach oben orientierten Kletterbewegungen (konzentrisch) zu einer exzentrischen Belastung), sondern schult Tritttechnik und Beweglichkeit.

Mein Tipp: In die Aufwärmroutine mit einbauen und in der Halle immer wieder eine Abkletter-Tour mit einbauen. Diese Übung ist sowohl fürs Klettern als auch fürs Bouldern geeignet. 

Kurz erklärt:
Konzentrisch: Überwindend = Muskel verkürzt sich = Bewegungsgeschwindigkeit wird erhöht
Exzentrisch: Muskel dehnt/streckt sich = Bewegungsgeschwindigkeit wird aufgefangen


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14. Ans Limit gehen – Klettertechink Übung

Auch die Fähigkeit ans Limit zu gehen kann bewusst geübt werden. Die ersten paar male wird es Dich noch einiges an Überwindung kosten an Dein persönliches Limit zu gehen. Es tut weh sich selbst so zu pushen bis wirklich nichts mehr geht. Den einen Zug noch zu probieren auch wenn es aussichtslos erscheint.

Trainiere Deinen Willen und besiege die Stimme die Nein sagt. Wenn du immer wieder übst an Dein Limit zu gehen, wirst Du Dich schnell verbessern. 

Voraussetzung, um ans Limit zu gehen
Niemand ist frei von Angst, aber um ans Limit zu gehen musst Du in der Lage zu sein, Deine Angst im Zaum zu halten. Beim Bouldern fällt die psychische Komponente nicht so sehr ins Gewicht wie beim Seilklettern. Wollen wir unsere Grenzen verschieben, ist es immer Angst die uns im Wege steht – beim Sportklettern ist es die Angst vor dem möglichen Sturz.

Sturzangst überwinden
Ich kenne niemanden der sie nicht kennt, und ich kenne kaum jemanden der sie überwunden hat (mich inbegriffen). Was ich aber gelernt habe, ist wie man diese Angst drastisch minimiert und die Bereitschaft ans Limit zu gehen maximiert. Mehr dazu in meinem Artikel: Sturzangst beim Klettern? Überwinde noch heute Deine Sturzangst.


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Boulder- & Kletterschuhe

15. Variation 1 – Klettergebiete und Gesteinsart

Die sicherste Methode, um Deine Klettertechnik zu verbessern bzw. generell besser zu klettern ist Variation. Klettern hat viele verschiedene Facetten und in jeder einzelnen kannst Du etwas lernen und Dich dadurch verbessern. 

Klettern & Bouldern in verschiedenen Gesteinsarten und Klettergebieten
Klettern ist nicht gleich klettern. Granit stellt andere Anforderungen als Kalk oder Sandstein. Während beim einen viel Körperspannung gefordert wird, ist beim anderen extreme Fingerkraft von Vorteil.

klettertechnik-übungen-gesteinsarten
Jeder Fels ist anders

Klettern & Bouldern in verschiedenen Gesteinsarten und Klettergebieten
Klettern ist nicht gleich klettern. Granit stellt andere Anforderungen als Kalk oder Sandstein. Während beim einen viel Körperspannung gefordert wird, ist beim anderen extreme Fingerkraft von Vorteil.

Je nach Klettergebiet bzw. Gesteinsart variiert die vorherrschende Griffart, die Felsstruktur und die damit verbundene Klettertechnik. Kleine Leisten, die Du mit den Zehenspitzen ansteigst, stellen Dich vor andere Herausforderungen als das Ansteigen auf Reibung.

Bewegungs-Repertoire erweitern
Jedes neue Klettergebiet erweitert Deinen Horizont, stellt Dich vor bisher unbekannte Anforderungen und bereichert Dein Bewegungs-Repertoire. Deine Fähigkeit unterschiedlichste Bewegungsaufgaben zu lösen, sowie Deine Klettertechnik werden sich unweigerlich verbessern. Alles was Du tun musst, ist es Deine Komfortzone zu verlassen und so viele verschiedene Gebiete wie möglich zu erkunden.

16. Variation 2 – Spielformen des Kletterns

Probiere Dich in so vielen verschiedenen Spielformen des Kletterns wie möglich. Wenn Bouldern Deine Lieblingsdisziplin ist, tut es Deiner Klettertechnik gut auch mal Sportklettern zu gehen oder eine Mehrseillänge zu probieren und umgekehrt. Genauso wirst Du Dich beim Deepwater-Soloing, aufgrund der speziellen Situation (in der Wasser als Crashpad dient) etwas anders verhalten als in der gewohnten Umgebung der Boulder- oder Kletterhalle. 

Variationen aller Art führen zu besserer Klettertechnik und sind als Übung, Training sowie für geistiges Wachstum ideal geeignet. Du willst mehr Wissen, dann schau auf meinem Artikel vorbei: Kletter- & Bouldertechnik verbessern – 25 Klettertechnik-Tipps.